✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Gedanken am 17. September

REM-Schlaf und die Kunst der Erinnerung

Träume als Sprache des Unbewussten

Wir alle durchlaufen jede Nacht drei bis fünf REM- (Traum-) Phasen. Träume verflüchtigen sich gewöhnlich wie Rauch, sofern sie nicht besonders packend oder aufwühlend sind. Doch auch wer sich „nie“ erinnert, kann es trainieren: Traumerinnerung ist eine Fähigkeit, keine Laune des Zufalls.
Herbst und Winter sind hierfür eine hervorragende Zeit – die Nächte sind länger, die Welt wird stiller, und das wache Bewusstsein rückt näher an das Unbewusste. In dieser Jahreszeit fällt es leichter, die feinen Stimmen der Tiefe zu vernehmen.

Templerische Sicht: Wahrheit ohne Maske

Im Alltag arbeiten unsere inneren Zensoren unablässig: Sie glätten Impulse, retuschieren Gedanken, halten unser Selbstbild „anständig“. Im Schlaf aber sind diese Wächter abgezogen. Das Traum-Selbst spricht offen – oft schonungslos, oft mit Humor, damit die Wahrheit erträglich bleibt.
Für den Templer ist der Traum kein Zufall, sondern eine Schule der Demut: Er entlarvt Selbsttäuschung und lädt zur Läuterung ein.

Die Praxis der Traumerinnerung – schlicht und wirksam

  • Setze die Absicht: „Ich erinnere mich morgen an meine Träume.“ Wiederhole den Satz beim Einschlafen.

  • Bereite den Ort: Notizbuch und Stift (oder Rekorder) am Bett; gedämpftes Licht.

  • Bleib still beim Aufwachen: Nicht bewegen, Augen geschlossen halten, den letzten Bildfaden wiederaufnehmen.

  • Schreibe sofort auf: Stichworte genügen zuerst; dann zeitnah vollständig notieren – Bilder, Gefühle, Worte, Farben.

  • Gib dem Traum einen Titel: Das schärft die Essenz.

  • Frage nach der Botschaft: „Wovor warne ich mich? Wozu ermutige ich mich? Was will geläutert werden?“

Templerarbeit

Schreibe die folgenden vier Grundregeln der Traumpraxis auf – idealerweise von Hand – und wende sie auf einen neuen oder alten Traum an.

  1. Alle Träume kommen im Auftrag deines Höheren Selbst.

  2. Manche Träume sind klarer als andere. Einige wirken wie Proben oder „Versuche“ zu einem Thema, das sich in späteren Träumen deutlicher erschließt.

  3. Behandle jeden Traum wie ein Juwel. Stufe ihn nicht vorschnell ein. Schreibe ihn in allen Einzelheiten nieder und lies aufmerksam. Selbst außergewöhnliche Träume wirken unmittelbar nach dem Aufwachen oft banal.

  4. Traumsymbole sind persönlich und/oder archetypisch. Du kannst eine persönliche Vorliebe für ein archetypisches Symbol haben (Kreuz, Schlange u. a.). Verlasse dich nicht auf Traumbücher oder fremde Deutungen, ohne das bestätigende innere Aha-Gefühl.

Anwendung (kurze Anleitung):

  • Wähle einen Traum. Schreibe ihn vollständig aus.

  • Markiere drei Elemente (z. B. Ort, Figur, Handlung).

  • Frage zu jedem Element: „Wo lebt das in mir?“ Notiere deine erste ehrliche Antwort – ohne Zensur.

  • Schließe die Übung mit einem Entschluss ab (klein, konkret, heute lebbar), der aus der Botschaft folgt.

Schlusswort eines Templers

Träume sind Weckrufe. Sie lösen die Siegel unserer Selbstbilder und führen uns – mit strenger Liebe und oft mit einem Lächeln – zur Wahrheit. Wer ihnen lauscht, betritt den inneren Übungsweg: vom rohen Erz der Unbewusstheit zum geläuterten Gold der Seele.

Non nobis, Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam.

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