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⚔️ Komturei Chastellet (Israel)

Die Burg wurde an der sogenannten „Jakobsfurt“ – der im Mittelalter sichersten Passage durch den Jordan auf der Handelsstraße von Akkon nach Damaskus (Via Maris) – , 20 km südlich des Sees Genezareth, und östlich von Safed errichtet. Balduin IV., König von Jerusalem, beauftragte die Templer nach der Schlacht von Montgisard im Jahre 1177 zum Bau der Burganlage, die damals allerdings noch in muslimischen Territorium lag. Das bedeutete einen Bruch des Waffenstillstandsvertrages mit Saladin. Den Beginn der Bauarbeiten im Oktober 1178 beaufsichtigte der König persönlich. Schon ein halbes Jahr später war die erste Bauphase abgeschlossen, und in der ersten Hälfte des Jahres 1179 die Burg in die Hände der Templer übergeben, die mit dem weiteren Ausbau fortfahren. Etwa 80 Ritter und 15 Dienende Brüder plus Knappen, hunderte Mann Fusstruppen und Handwerker waren in Chastellet stationiert. Hinzu kamen muslimische Gefangene, die für die Bauarbeiten eingesetzt wurden. Die Burgbesatzung belief sich bei voller Stärke auf etwa 1500 Personen.

Saladin versuchte zunächst, König Balduin mit der Zahlung einer hohen Geldsumme zur Aufgabe der Bauarbeiten und der Burg zu bewegen. Nachdem dies gescheitert war, befahl er im Frühjahr 1179 eine erste Belagerung, die aber bald aufgegeben werden musste und erst im Sommer fortgesetzt wurde. Kurz bevor das königliche Entsatzheer eintraf, gelang es Mineuren Saladins, einen Teil der Mauern zum Einsturz zu bringen. Die Templer versuchten, den Feind durch große Feuer am Eindringen zu hindern, aber beim Einsturz der Mauern geriet der Brand außer Kontrolle und erfasste das Innere der Burg. Der Seneschall des Ordens starb in den Flammen. Etwa 800 Verteidiger starben, durch das Feuer oder hingerichtet nach der Eroberung durch Saladin. Die noch Verbleibenden wurden gefangen genommen und als Sklaven verkauft. Saladin ließ anschließend die Burg systematisch zerstören und die Brunnen vergiften.

Die auf einer ungefähr 120x 32 m großen Grundfläche errichtete Anlage war von einer zehn Meter hohen Ringmauer umschlossen, die aus 20.000 Steinblöcken von nahezu zwei Metern Seitenlänge errichtet wurde. Archäologische Grabungen seit 1993 legten zahlreiche Grundmauern im Inneren des Areals frei.

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