Orthodoxe Juden Ziel von Wasserpistolenangriffen
Die Videos, die inzwischen von Facebook und Instagram gelöscht wurden, enthielten den Haftungsausschluss: „Dieses Video wurde ausschließlich zu humorvollen Zwecken erstellt. Es ist nur ein Witz und keine Hassrede. Bitte verstehen Sie es nicht falsch.“
Die Polizei sieht das jedoch anders. Die Männer werden wegen rassistisch motivierter Körperverletzung verhört, und die Polizei geht davon aus, dass ihnen auch Hassverbrechen vorgeworfen werden könnten.
Der Angriff mit der Wasserpistole
Das Video, untermalt mit der jüdischen Volksmelodie „Hava Nagila“, zeigt die beiden Männer, wie sie herumfahren und orthodoxe Männer mit Wasserpistolen beschießen. Das Video wurde von jüdischen Gruppen weithin verurteilt, da sie befürchten, dass solche Streiche zu gewalttätigen Angriffen gegen Juden führen könnten.
Der Community Security Trust, eine eingetragene projüdische Wohltätigkeitsorganisation in Großbritannien, verurteilte das Video als „entsetzliches antisemitisches Video“, und ein Sprecher der Kampagne gegen Antisemitismus erklärte, Belästigungen wie diese gingen weit über das hinaus, was manche als harmlosen Streich betrachten würden.
„Jüdische Menschen gezielt zu belästigen ist kein Scherz, sondern antisemitischer Missbrauch“, erklärten sie. „Und dies bequem vom eigenen Auto aus zu tun, ist besonders feige.“
„Wir nehmen diesen Vorfall äußerst ernst und haben umgehend Festnahmen vorgenommen“, sagte Chief Inspector Simon Ashcroft. „Die Polizei von Greater Manchester verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Hassverbrechen und setzt sich dafür ein, dass sich unsere Bevölkerung sicher und unterstützt fühlt.“
Wann ist Belästigung ein Hassverbrechen?
Ist es Missbrauch, jemanden mit einer Wasserpistole zu bespritzen? Jüdische Befürworter sagen ja – und die Zahlen sprechen möglicherweise für sie.
Letzte Woche veröffentlichte das FBI neue Statistiken zu Hassverbrechen, aus denen hervorgeht, dass Hassverbrechen gegen Juden im Jahr 2024 einen Rekordwert erreichen werden.
17 Prozent aller im vergangenen Jahr in den USA gemeldeten Hassverbrechen richteten sich gegen Juden. Noch bemerkenswerter ist, dass Angriffe auf Juden 70 Prozent aller religiös motivierten Hassverbrechen ausmachten. Das ist ein deutlicher Anstieg seit dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023.
Bei den meisten dieser Vorfälle handelte es sich um Vandalismus, gefolgt von Einschüchterungen, und mehr als 250 davon ereigneten sich in Synagogen.
Ein Angriff mit einer Wasserpistole mag im Vergleich zu gewalttätigen Übergriffen trivial erscheinen, doch jüdische Gruppen argumentieren, er gehöre zum gleichen Spektrum der Belästigung, die die Sicherheit der Gemeinschaft untergrabe und schwerere Täter ermutige. Ob dies als Hassverbrechen oder nur als Akt idiotischer Grausamkeit zu werten sei, müssen nun die Gerichte entscheiden.
