Papst wusste vom Holocaust
Das Archiv der Katholischen Kirche öffnet seine Akten zur Amtszeit von Papst Pius XII während der Zeit der Judenverfolgung. Kann das den Streit über die Rolle des katholischen Kirchenoberhaupts während des Zweiten Weltkriegs schlichten?
Am 28. April 1943 ging im Vatikan ein Bericht vom 6. des Monats ein, der klar belegte, dass die Deutschen im von ihnen besetzten Osten Europas Massenerschießungen von Juden durchführten. Beigefügt waren drei Fotos. Das erste, so berichtet der Historiker Michael Hesemann, zeigte acht nahezu zu Skeletten abgemagerte, splitternackte Männer, teils gebückt, in einer Reihe.
Auf dem zweiten die Folgen der Massenexekution: Die Leichen werden in eine Grube geworfen, in der sich bereits Leichen türmen. Auf dem dritten Foto werfen drei Männer einen laut der Bildbeschriftung noch lebenden, nackten Mann dazu. „Dieser Bericht und die Fotos belegten, was der Papst seit November 1941 durch Pater Pirro Scavizzi wußte – dass es solche Massenerschießungen in Polen und der Ukraine gab“, so Hesemann.
