Strafzölle? Oder doch Straf-Mehrwertsteuer?
Ein Blick auf die heimliche Abzocke
Immer wenn in den USA über sogenannte „Strafzölle“ diskutiert wird – wie aktuell durch Donald Trumps Ankündigung, hohe Importzölle auf ausländische Waren einzuführen – überschlagen sich die Schlagzeilen. In Europa wird schnell von „Protektionismus“, „Abschottung“ und „wirtschaftlicher Krieg“ gesprochen. Doch während man in den USA Zölle als gezielte wirtschaftspolitische Werkzeuge deklariert, existiert in Europa seit Jahrzehnten eine Form der stillen, flächendeckenden Belastung – sie heißt Mehrwertsteuer, oder in ihrer konkreten Ausprägung: Umsatzsteuer.
Strafsteuer im eigenen Land?
Was ist der Unterschied zwischen einem Trump-Zoll und einer österreichischen Umsatzsteuer von 20 %? Der eine wird auf Waren aus dem Ausland erhoben, die andere belastet alle Konsumenten – Tag für Tag, bei jedem Einkauf. Und während Importzölle politisch diskutiert und international verhandelt werden, ist die Mehrwertsteuer längst zur stillschweigenden Dauerabgabe geworden.
Der Witz daran: Wir regen uns über US-Zölle auf, nennen sie sogar „Strafzölle“, aber wir nennen unsere eigenen 20 % auf Waren und Dienstleistungen nicht „Straf-Mehrwertsteuer“ – obwohl sie genau das ist: eine Belastung für den Endverbraucher, unabhängig von Herkunft oder Einkommen.
Vom bescheidenen Beginn zur systematischen Belastung
Kaum jemand weiß noch, dass die Umsatzsteuer in Österreich ursprünglich nur 5,25 % betrug. Heute sind es 20 % – fast das Vierfache. In manchen Bereichen (z. B. Gastronomie oder Hotellerie) gelten andere Sätze, aber im Alltag zahlen die Österreicher auf beinahe alles diese massive Mehrbelastung.
Noch krasser ist es in Ungarn: Dort liegt der Regelsteuersatz bei satten 27 % – der höchste Mehrwertsteuersatz in ganz Europa. Das bedeutet: Mehr als ein Viertel des Kaufpreises besteht nur aus Steuer. Eine Ware, die ohne Steuer 100 € kosten würde, schlägt für den Konsumenten mit 127 € zu Buche.
Und in den USA?
Ein Blick über den Atlantik zeigt ein ganz anderes Bild. In den USA gibt es keine bundesweite Umsatzsteuer – die Steuerpolitik liegt bei den einzelnen Bundesstaaten. Dabei ergibt sich folgendes Bild:
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0 % Umsatzsteuer in fünf US-Staaten: Alaska, Delaware, Montana, New Hampshire, Oregon
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Niedrigste staatliche Steuer: Colorado mit 2,9 %
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Mittlere Sätze (4–6 %) in Staaten wie Alabama, Florida oder Maine
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Höchste Sätze (6,25–7 %) in Kalifornien, Indiana oder Tennessee
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Selbst inklusive lokaler Zusatzsteuern liegen die meisten US-Staaten weit unter dem europäischen Niveau
Wer beutet hier wen aus?
Natürlich ist ein Steuersystem komplex. Staaten müssen Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Sicherheit finanzieren. Aber wenn eine Konsumsteuer derart steigt – von 5 % auf 20 % und mehr – darf man kritische Fragen stellen:
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Warum wird diese Belastung kaum öffentlich diskutiert?
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Warum nennt man eine 20–27 % Konsumsteuer nicht ebenso „Strafsteuer“ wie einen Zoll?
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Wer profitiert tatsächlich von dieser Systematik – und wer zahlt sie Tag für Tag stillschweigend?
Fazit: Die wahre Strafe steht auf dem Kassenbon
Ob Donald Trump Zölle auf chinesische oder europäische Waren erhebt, ist ein politischer Akt mit klarer Zielsetzung. Ob gerechtfertigt oder nicht – darüber kann man streiten.
Doch was in Europa tagtäglich passiert, ist ein stilles, systematisches Abkassieren der eigenen Bevölkerung. Die Umsatzsteuer – ursprünglich ein kleiner Beitrag – ist längst zu einer Dauerbelastung geworden, die oft mehr fiskalischen Druck erzeugt als jeder Importzoll.
Vielleicht wäre es an der Zeit, nicht nur über Trumps „Strafzölle“ zu schimpfen, sondern auch die eigene „Strafmehrwertsteuer“ zu hinterfragen – und zwar laut.
