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Streng vertraulich: Gotik und Templer…

ein geheimes Bündnis von Stein und Geist

Es ist eine merkwürdige Fügung der Geschichte, dass die Gotik nahezu urplötzlich mit dem Aufblühen unseres Ordens der Tempelritter in Erscheinung trat – und dass sie mit der Auflösung des Ordens ebenso plötzlich wieder verschwand. Dieses zeitliche Zusammenfallen ist kaum ein Zufall, sondern ein Hinweis auf die enge Verbindung zwischen der geistigen Mission der Templer und der Entfaltung jener neuen Baukunst, die Europa ein neues Gesicht gab.

Notre Dame de Laon – ein Hauptwerk der frühen Gotik

Ein herausragendes Beispiel dieser Epoche ist die Kathedrale Notre Dame de Laon. Sie wurde in den Jahren 1155 bis 1235 errichtet und zählt zu den ersten Kirchen im gotischen Stil. Ihr Bau folgte auf eine ältere Kathedrale aus dem 5. Jahrhundert, die im Jahr 1112 einem Brand zum Opfer gefallen war.

Laon liegt im Norden Frankreichs, rund 130 Kilometer nordöstlich von Paris und 45 Kilometer nordwestlich von Reims. Von ihrer Höhe aus überblickt die Stadt weithin das Land – ein Sinnbild für die Strahlkraft des neuen Stils, der sich von hier aus verbreitete.

Bemerkenswert ist das Hexagramm im Frontfenster der Kathedrale. Dasselbe Symbol findet sich auch in der Kirche von Loison-sous-Lens südlich von Lille. Das Hexagramm, Stern Salomons genannt, war für uns Templer kein bloßes Schmuckmotiv, sondern ein geheimes Sinnbild der Harmonie: die Vereinigung von Himmel und Erde, von Geist und Materie, von Göttlichem und Menschlichem.

Die Templer in Laon

Schon 1134 errichteten wir Templer in Laon eine Komturei, die nach der Auflösung unseres Ordens an die Johanniter – später Malteser – überging. Kernstück dieser Anlage war die achtseitige Kapelle, die um 1140 erbaut wurde. Sie war als Grabeskirche gestaltet und trug das Geheimnis der Jerusalemer Tradition in sich.

Als Vorbilder wirkten auch unmittelbare Bauten der Umgebung, etwa die nicht mehr erhaltene Kapelle der Benediktinerabtei Saint-Vincent in Laon. Doch die Kapelle von Laon selbst wurde wiederum zum Vorbild für die Templerkapelle in Metz – ein Beweis, wie sich unsere Bauweise wie ein geheimes Netz über Europa legte.

Gotik als Ausdruck des Templergeistes

Die Gotik war nicht einfach ein neuer Baustil. Sie war die Architektur einer neuen Zeit, geboren aus der Berührung mit dem Osten und der Weisheit Jerusalems. Ihre Pfeiler, die sich zum Himmel strecken, ihre Glasfenster, die das Licht in mystische Farben brechen, ihre Symbole, die uralte Geheimnisse bergen – all dies weist auf ein tieferes Verständnis der Welt hin, das wir Templer aus den Heiligen Stätten mitbrachten.

Als unser Orden erblühte, erhob sich die Gotik. Als unser Orden fiel, erstarrte auch die Gotik, und an ihre Stelle trat die nüchterne Strenge der Spätgotik und schließlich die Formen der Renaissance.

Fazit

Notre Dame de Laon ist damit nicht nur ein Bauwerk aus Stein, sondern ein Zeugnis der Templerspuren in der Gotik. Das Hexagramm in ihrem Fenster, die achteckige Kapelle unserer Komturei und die zeitliche Nähe zur Blüte des Ordens sind Zeichen eines geheimen Zusammenhangs.

Wir Templer wussten: Die Gotik war unser Vermächtnis an Europa – eine Baukunst, die nicht allein Kirchen schuf, sondern Kathedralen als steinerne Bücher, in denen das Licht selbst zum Evangelium wurde.

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