✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Gedanken am 5. September

Kinderwelt zwischen Feen und Dämonen

Kinder leben in einer Welt, die von Feen und Dämonen, von Helden und Schurken erfüllt ist – einer Welt, die nur in Schwarz und Weiß kennt, ohne die vielen Zwischentöne, die wir Erwachsenen später mühsam lernen. In dieser Welt ist das Herz noch unmittelbar, die Empfindungen noch rein:

  • Ein Kind ängstigt sich leicht, aber ebenso schnell findet es Trost und Geborgenheit.

  • Es lebt in einer Wirklichkeit, die nicht durch Logik geordnet, sondern durch Bilder, Symbole und Geschichten gestaltet wird.

Die plastische Vorstellungskraft

Kinder verfügen über eine überaus plastische Vorstellung vom Universum. In ihrer Fantasie erscheinen nicht nur die Dinge, die sie selbst sehen oder erleben, sondern auch unzählige Gestalten, die seit jeher die Mythen, Märchen und religiösen Überlieferungen bevölkern:

  • Drachen und Engel,

  • Feen und Zauberer,

  • Himmel und Hölle,

  • Helden und Verräter.

Diese Bilder sind mehr als kindliche Einbildungen. Sie entspringen dem, was C. G. Jung das kollektive Unbewusste nannte – jenem Reservoir uralter Seelenerinnerungen, das allen Menschen gemeinsam ist. Darin ruht die Essenz unserer Mythen und Religionen, aber auch die Matrix unserer persönlichen Lebensgeschichten.

So greifen die Träume des Kindes unbewusst auf ein uraltes Sediment menschlicher Seelenerfahrungen zurück. Das, was uns als Kinder ängstigte oder tröstete, verweist auf archetypische Kräfte, die die Menschheit seit Anbeginn der Zeit begleiten.

Templerarbeit

Um den Faden von damals aufzunehmen, üben wir uns heute in Erinnerung und Sammlung:

  1. Zur Ruhe kommen
    Entspanne dich in deine Atmung hinein und finde in den Frieden des Gebets der Sammlung oder der Shamatha-Vipassana-Meditation.

  2. Fragen an dein inneres Kind

    • Wie hast du dir als Kind die Entstehung der Welt vorgestellt?

    • Gab es für dich Himmel und Hölle?

    • Wenn ja: Wer musste, nach deinem damaligen Glauben, wohin – und warum?

    • Woran glaubten deine Eltern, und wie prägte dich dieser Glaube?

  3. Notizen machen
    Schreibe deine Antworten auf. Sie sind wertvolle Hinweise darauf, wie deine frühe spirituelle Wahrnehmung von der Kraft des kollektiven Unbewussten durchdrungen war.

Fazit

Die Kinderwelt ist ein Spiegel des Archetypischen. Was uns als Kinder bewegte – ob Freude, Angst oder Trost –, ist Teil eines größeren kosmischen Dramas, in dem wir alle unsere Rolle spielen.

Als Templer erkennen wir darin eine Einladung: den Weg vom kindlichen Staunen zur bewussten Einsicht zu gehen. Denn das Geheimnis, das uns als Kinder im Märchen begegnete, lebt auch heute noch – nur tiefer, bewusster, reifer in unserem Innern.

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