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⚔️ Gedanken am 9. November

„Ich sterbe täglich“ – Der Templerweg der täglichen Vollendung

Die Weisheit des Paulus

Der Apostel Paulus erreichte einen Grad an geistiger Klarheit, der ihn die Worte sprechen ließ: „Ich sterbe täglich“ (1. Kor 15,31).
Damit meinte er nicht das Ende des leiblichen Lebens, sondern den täglichen Akt des Loslassens – das Bewusstwerden der Vergänglichkeit, das Auflösen von Bindungen, das Begleichen der Rechnungen des Herzens.

Auch wir Templer wissen: Wer jeden Tag mit offenem Geist und offenem Herzen beginnen will, darf nichts Ungeklärtes zurücklassen. Jede offene Schuld, jede unerledigte Angelegenheit bindet seelische Energie. Je mehr wir zurückhalten, desto weniger Kraft bleibt uns für die Aufgabe des Heute.

Vollendung bringt Freiheit

Schließen wir bewusst unsere Beziehung zu den Toten ab, danken und vergeben wir, dann geschieht etwas Kostbares: Energie wird frei.
Diese Energie gehört nicht in die Vergangenheit, sondern in die Gegenwart, wo sie uns befähigt, unsere Lebensaufgabe zu erfüllen.

So wird der Templer fähig, sich von den Gespenstern der eigenen Vergangenheit zu lösen – den Handlungen, die noch nicht betrauert, vergeben und in Weisheit verwandelt wurden. Nur so können wir das Erbe unserer Taten wandeln und uns auf die Gegenwart Gottes ausrichten.

Die tägliche Templerarbeit

Um diesen Weg bewusst zu gehen, üben wir:

  • Verweile einige Minuten im Frieden des Gebets der Sammlung oder in der Shamatha-Vipassana-Meditation.

  • Richte deine Aufmerksamkeit nach hinten, auf das Westliche Tor deines Körpertempels – das Tor des Untergangs, der Wandlung und des Abends.

  • Rufe Erzengel Raphael an, den Helfer auf dem Pfad der Heilung. Bitte ihn, dir zu zeigen, welche Irrtümer, Verluste oder unerfüllten Vorhaben dich noch binden.

  • Erkenne sie, benenne sie – ohne Angst, nur in Wahrheit.

  • Für heute genügt es, zu sehen, zu danken für die Lernerfahrung, und zu geloben: „Ich werde es zum Wohl aller Wesen aufarbeiten.“

So verwandelt sich Bedauern in Einsicht, Schuld in Weisheit und Vergangenheit in Kraft.

Fazit

„Ich sterbe täglich“ bedeutet: Jeden Tag loslassen, was bindet, und neu geboren werden im Licht.
So wird das Leben des Templers zu einem ständigen Prozess von Reinigung, Hingabe und Vollendung.
In diesem Rhythmus des Sterbens und Erneuerns finden wir den Weg in die wahre Freiheit – die Freiheit des Geistes im Dienst des Höchsten.

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