✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Komturei Akkon (Palästina)

Bollwerk der Templer und letzter Hort im Heiligen Land

Die antike Hafenstadt Akkon (heute Akko in Israel) war seit jeher ein Schlüsselpunkt für Handel und Seefahrt im östlichen Mittelmeer. Mit der Eroberung durch die Kreuzfahrer im Jahr 1104 – ein gemeinsames Werk der Genuesen, Pisaner und der Truppen Baudoins I. – wurde sie zu einer der wichtigsten Städte der Kreuzfahrerstaaten. Nach dem Verlust Jerusalems (1187) rückte Akkon in das Zentrum des Interesses und wurde zur Hauptresidenz der Templer im Heiligen Land.

Sitz der Templer in Akkon

Die Templerburg lag an der Meerseite. Sie war gewaltig, von Mauern und Türmen geschützt – heute ist von ihr nichts mehr erhalten, denn die Steine wurden nach der Zerstörung durch die Bewohner der Stadt abgetragen. Doch in ihrer Blütezeit war sie Zentrum der militärischen, administrativen und geistlichen Macht des Ordens.

Der Notar Antonius Sicci berichtete später während der Prozesse gegen den Orden von einer Reliquie, die in Akkon verehrt wurde: ein Kupferkreuz, gefertigt angeblich aus der Wanne, in der Christus als Kind gebadet worden sei. Dieses Kreuz galt als wundertätig. Es wurde in Prozessionen durch die Stadt getragen, besonders um Regen zu erflehen, und war Quelle von Heilungen – sichtbares Zeichen, dass der Orden nicht nur Krieger, sondern auch Hüter des Glaubens war.

Handel und Geheimgänge

Akkon war nicht nur eine Festung, sondern auch ein Zentrum des Handels. 1994 wurde ein unterirdischer Tunnel entdeckt, über 300 Meter lang, der die Templerburg mit dem Hafen verband. Über diesen geheimen Weg brachten die Ritter ihre Waren ins Lager – zollfrei, durch päpstliche Privilegien geschützt.

Die Flotte der Templer, die von Akkon aus operierte, war so stark, dass sie selbst den Reedereien von Marseille gefährlich wurde. Akkon war also gleichermaßen Hafen, Handelsdrehscheibe und Tor zur Welt.

Der letzte Kampf – 1291

Doch Akkon ist vor allem mit der letzten Schlacht der Kreuzfahrer im Heiligen Land verbunden. Im Frühjahr 1291 belagerte das mamelukische Heer unter Sultan Khalil die Stadt – mit einer Übermacht von bis zu 200.000 Mann, darunter 40.000 Kavalleristen.

Die Stadt war stark befestigt mit doppelten Mauerringen und Türmen, und die Verteidiger – Johanniter, Templer und andere – schlugen die ersten Angriffe zurück. Doch die Hoffnung auf Entsatz erfüllte sich nicht.

Am 18. Mai 1291 fiel der berüchtigte „Tour Maudit“. Beim Versuch, ihn zurückzuerobern, wurde der Großmeister Guillaume de Beaujeu tödlich verwundet. Mit seinem Tod verlor die Verteidigung ihre Kraft.

Die Stadt wurde gestürmt, die Bevölkerung fast vollständig niedergemetzelt. Nur wenigen gelang die Flucht über das Meer.

Die letzte Bastion der Templer

Die Festung der Templer hielt als letztes Stand. Viele Bürger hatten hier Zuflucht gesucht. Der Marschall des Ordens, Pierre de Sevry, nahm ein Angebot zur ehrenvollen Übergabe an – doch als die ersten Mamelucken die Burg betraten, begannen sie sofort zu plündern und Frauen zu misshandeln. Daraufhin erschlugen die Templer die Eindringlinge.

Eine zweite Einladung zur Verhandlung erwies sich als Falle: Der Marschall und seine Begleiter wurden getötet. Schließlich brachten die Angreifer Minen unter den Donjon an. Am 18. Mai stürzte der mächtige Turm ein und begrub sowohl die Verteidiger als auch zahlreiche Angreifer.

Mit dem Fall der Templerfestung endete die Geschichte der Kreuzfahrerstaaten im Heiligen Land.

Fazit

Die Komturei Akkon war Symbol und Schicksalsort zugleich:

  • Zentrum der Macht und Frömmigkeit des Ordens,

  • Drehscheibe für Handel und Flotte,

  • letzte Bastion im Untergang.

Ihr Fall im Jahr 1291 markierte nicht nur das Ende der Templer im Orient, sondern auch den Abschluss eines ganzen Kapitels christlicher Geschichte. Akkon steht bis heute für Mut, Treue und das tragische Schicksal der Ritter des Tempels.

Schreibe einen Kommentar