⚔️ Von den Ruhestätten der Brüder – Die Templer-Friedhöfe
Aufgezeichnet im Geiste eines Ritters des Tempels, zum Gedächtnis der Entschlafenen und zur Unterweisung der Lebenden
Die Friedhöfe unserer Kirchen
Wo immer unser Orden Kirchen und Kapellen besaß, dort entstand auch geweihte Erde zur Bestattung.
Wir verfügten über zahlreiche Pfarrkirchen, die nicht allein den Brüdern dienten. Auch Kapellen, die ursprünglich nur für den Konvent bestimmt waren, wurden mit der Zeit:
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der umliegenden Gemeinde geöffnet,
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seelsorgerisch betreut,
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bisweilen zu vollwertigen Pfarrkirchen erhoben.
Nicht immer geschah dies mit freudiger Zustimmung des Ortsbischofs, denn jede neue Pfarrfunktion berührte Rechte, Einkünfte und Zuständigkeiten der Diözese.
Doch wo Gläubige Trost suchten, dort konnten wir uns der Seelsorge nicht verschließen.
Bestattung von Brüdern und Laien
Auf unseren Friedhöfen ruhten nicht nur Ordensangehörige.
Auch wurden dort beigesetzt:
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Männer und Frauen der umliegenden Gemeinden
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Wohltäter des Ordens
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Mitglieder unserer Fraternitas — geistliche Verbündete im Leben wie im Tod
Viele Gläubige wünschten ihre letzte Ruhestätte bei uns, da sie sich davon besondere geistliche Gnaden erhofften:
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Anteil an den Gebeten des Ordens
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Erwähnung in Seelenmessen
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Teilhabe an den Verdiensten der Brüder
So wuchs mit der Zeit die Nachfrage nach Begräbnisplätzen — und ebenso die Zahl derer, die sich unserer Bruderschaft geistlich anschlossen.
Gebet gegen Gabe – Die memoria
Zwischen Orden und Stiftern bestand ein heiliges Band gegenseitiger Verpflichtung.
Wir sagten zu:
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Seelenmessen
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Jahrgedächtnisse
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Gebete für das Heil der Verstorbenen
Im Gegenzug erfolgten häufig:
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testamentarische Vermächtnisse zugunsten des Ordenshauses
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Landschenkungen
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Geld- oder Sachspenden durch Hinterbliebene
So diente die Sorge um das Seelenheil zugleich dem Fortbestand unserer Werke — ein Bund von Frömmigkeit und Stiftung, wie er im Mittelalter weithin üblich war.
Schlichte Ruhestätten der Brüder
Entgegen späteren Legenden waren die Grabstätten unserer Brüder zumeist einfach.
Nur wenige mittelalterliche Grabplatten haben die Zeiten überdauert — und noch weniger lassen sich eindeutig Templern zuweisen.
Erhalten sind etwa die Ruhestätten bedeutender Würdenträger:
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Gualdim País († 1195), Provinzmeister von Portugal – mit schlichter Inschrift.
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Gioberto de Nicherio († 1287), Provinzmeister von Apulien/Sizilien.
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Simon de Quincy († 1307), desselben Amtes.
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Étienne de Tilchâtel († 1271), Priester zu Fontenotte.
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Pierre de Liège († 1269), Komtur von La Rochelle.
Ihre Darstellungen zeigen sie nicht als gepanzerte Ritter, sondern:
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im Ordenshabit,
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ohne Rüstung,
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ohne Waffen.
Dies entspricht unserem Selbstverständnis: Im Tode standen wir vor Gott nicht als Krieger, sondern als Mönche.

