300 € in bar einzahlen – plötzlich nicht mehr möglich
Ein Erlebnis mit der Raiffeisenkasse in Österreich
Vor einigen Tagen wollte ich bei meiner örtlichen Raiffeisenkasse in Österreich 300 € in bar auf ein Konto einzahlen – ganz klassisch mit einem Zahlschein. Eine alltägliche Sache, wie ich dachte. Doch am Schalter wurde ich überrascht: „Tut uns leid, aber wir nehmen keine Barzahlungen mit Zahlschein über 300 € mehr an.“
Zunächst war ich irritiert. Sofort kam die Frage auf: Ist das eine neue EU-Vorschrift? Immerhin hört man in den Medien immer wieder von geplanten Bargeldobergrenzen. Tatsächlich arbeitet die EU derzeit an einer einheitlichen Grenze von 10 000 € für Barzahlungen, um Geldwäsche zu bekämpfen. Bei Beträgen ab 3 000 € sollen künftig die Kundendaten erfasst werden. Diese Regelung soll aber erst in einigen Jahren – voraussichtlich ab 2027 – gelten und betrifft nicht solche kleinen Beträge.
In Österreich existiert momentan keine gesetzliche Beschränkung, die es verbietet, mehr als 300 € in bar mit Zahlschein einzuzahlen. Die Einschränkung, auf die ich gestoßen bin, ist keine gesetzliche oder EU-weite Vorschrift, sondern offenbar eine interne Regelung der Bank. Solche Maßnahmen können aus organisatorischen Gründen, zur Kostenersparnis oder aus internen Sicherheitsüberlegungen eingeführt werden – die konkrete Begründung bleibt jedoch oft vage.
Für Kunden bedeutet das: Selbst wenn das Gesetz solche Einzahlungen erlaubt, können Banken intern strengere Regeln festlegen. Wer mehr Bargeld einzahlen will, muss daher entweder ein eigenes Konto nutzen und den Betrag per Überweisung weiterleiten oder nach einer Bank suchen, die höhere Barzahlungen mit Zahlschein noch akzeptiert.
Das Erlebnis zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur die Gesetze, sondern auch die internen Geschäftsbedingungen der Banken zu kennen – vor allem in Zeiten, in denen der Bargeldverkehr immer weiter eingeschränkt wird.
