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Wie wird man eigentlich Mitglied im Templerorden?

Der wahre Weg zum Tempelritter – Warum die Aufnahme nicht das Ziel, sondern erst der Anfang einer geistigen Entwicklung ist

Wer sich heute für die Tempelritter interessiert und darüber nachdenkt, einem Templerorden beizutreten, stellt gewöhnlich eine ganz einfache Frage: Wie kann ich Mitglied werden? Viele Menschen verbinden mit dem Begriff des Templerordens zunächst die Vorstellung von Rittern in weißen Mänteln mit roten Kreuzen, geheimnisvollen Zeremonien, alten Burgen und einer Gemeinschaft, die sich auf eine jahrhundertealte Tradition beruft. Andere suchen nach geistiger Orientierung, nach einer tieferen Bedeutung ihres Lebens oder nach Menschen, mit denen sie bestimmte Werte und Überzeugungen teilen können. Wieder andere hoffen, in einem Templerorden Zugang zu jenem Wissen zu finden, das in der Geschichte der Tempelritter vermutet wird. Doch wer sich ernsthaft mit diesem Weg beschäftigt, wird bald erkennen, dass zwischen dem bloßen Interesse an den Tempelrittern und dem tatsächlichen Eintritt in eine geistige Ordensgemeinschaft ein wesentlicher Unterschied besteht.

Zunächst muss man wissen, dass es heute zahlreiche Gemeinschaften gibt, die den Namen der Tempelritter tragen oder sich auf deren geistiges Erbe berufen. Sie unterscheiden sich erheblich in ihrer Organisation, ihrer Zielsetzung und ihren Aufnahmebedingungen. Manche verstehen sich vorwiegend als historische Vereinigungen, andere als christliche Rittergemeinschaften, karitative Organisationen oder geistige Studienorden. Eine allgemein anerkannte, ununterbrochene institutionelle Nachfolge des 1312 aufgehobenen mittelalterlichen Templerordens lässt sich für die heutigen Organisationen nicht nachweisen. Wer nach einem Orden sucht, sollte deshalb nicht allein auf klangvolle Namen, eindrucksvolle Titel oder historische Behauptungen achten, sondern vor allem auf die Frage, welche Werte tatsächlich gelehrt und gelebt werden.

Im Alten Souveränen Templer Orden, kurz ASTO, verstehen wir den Eintritt in die Gemeinschaft nicht als einen gewöhnlichen Vereinsbeitritt. Gewiss sind auch bei uns organisatorische Voraussetzungen zu erfüllen, und selbstverständlich benötigt jede Gemeinschaft Regeln, eine Verwaltung und eine geordnete Mitgliedschaft. Doch diese äußeren Formen bilden lediglich den Rahmen. Der eigentliche Sinn liegt tiefer. Wir betrachten den Templerweg als eine fortschreitende geistige Schulung, in deren Mittelpunkt die Entwicklung des Menschen steht. Wer sich uns anschließt, soll nicht lediglich einen Mitgliedsausweis erhalten oder sich mit einem ehrwürdigen Namen schmücken können. Er soll die Gelegenheit bekommen, an seinem Charakter zu arbeiten, sein Wissen zu erweitern, seine Urteilsfähigkeit zu schulen und jene ritterlichen Tugenden zu entwickeln, die auch in unserer Gegenwart nichts von ihrer Bedeutung verloren haben.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Wie werde ich Mitglied eines Templerordens?“, sondern vielmehr: „Bin ich bereit, mich auf einen geistigen Weg einzulassen, der Ausdauer, Selbstdisziplin, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft zur persönlichen Veränderung verlangt?“ Diese Frage kann kein Großmeister, kein Ordensrat und kein Aufnahmekomitee stellvertretend für einen Interessenten beantworten. Jeder Mensch muss sie für sich selbst prüfen. Denn eine Mitgliedschaft kann durch eine formale Aufnahme begründet werden, doch eine innere Entwicklung lässt sich weder durch eine Urkunde noch durch die Verleihung eines Titels ersetzen.

Warum wir mit einer Ritterrunde beginnen

Aus diesem Grund steht am Anfang des Studienweges im ASTO die sogenannte Ritterrunde. Sie ist der erste Abschnitt einer geordneten Einführung in die Gedankenwelt unseres Ordens und soll dem Interessenten ermöglichen, sich mit den Grundlagen des Templerweges vertraut zu machen. Dabei geht es zunächst nicht um spektakuläre Geheimnisse, ungewöhnliche Rituale oder die Aussicht auf einen möglichst raschen Aufstieg innerhalb einer Rangordnung. Vielmehr soll der Suchende erkennen, welche geistigen Vorstellungen hinter unserem Ordensverständnis stehen, wie das Studium aufgebaut ist und welche Anforderungen mit einer ernsthaften Beschäftigung mit den Lehren verbunden sind.

Die Ritterrunde führt schrittweise an jene Fragen heran, die für das Verständnis des Templertums von grundlegender Bedeutung sind. Was bedeutet es heute, ein Ritter zu sein? Welche Verpflichtungen ergeben sich aus den Begriffen Ehre, Treue, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit? Wie lassen sich die Ideale einer mittelalterlichen Rittergemeinschaft auf das Leben eines modernen Menschen übertragen? Welche Rolle spielen Selbsterkenntnis, geistige Freiheit, Verantwortungsbewusstsein und die Suche nach Wahrheit? Und weshalb genügt es nicht, diese Werte lediglich zu bewundern, sondern weshalb müssen sie im täglichen Leben tatsächlich angewendet werden?

Die Einführungslehrbriefe der Ritterrunde sollen dem Studierenden nicht einfach eine Sammlung historischer Kenntnisse vermitteln. Natürlich gehört die Beschäftigung mit der Geschichte der Tempelritter dazu. Doch Geschichte allein macht noch keinen Templer. Wer die Namen der Großmeister kennt, die wichtigsten Schlachten aufzählen kann und über die Auflösung des mittelalterlichen Ordens Bescheid weiß, besitzt damit noch nicht jene innere Haltung, die wir mit dem Begriff des geistigen Rittertums verbinden. Entscheidend ist, was der Mensch aus diesem Wissen für sein eigenes Leben gewinnt.

Der Interessent soll daher von Anfang an verstehen, dass wir keine Gemeinschaft anstreben, in der äußere Würden wichtiger sind als persönliche Reife. Wir erwarten auch nicht, dass jemand sein bisheriges Leben aufgibt oder sich von seiner Familie, seinem Beruf oder seinem gesellschaftlichen Umfeld zurückzieht. Der Templerweg soll vielmehr mitten im gewöhnlichen Leben verwirklicht werden. Gerade dort, wo der Mensch täglich mit Schwierigkeiten, Enttäuschungen, Konflikten und Entscheidungen konfrontiert wird, zeigt sich, ob seine Ideale tatsächlich Bestand haben.

Mitgliedschaft ist nicht dasselbe wie Ritterwürde

Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass Menschen glauben, mit ihrer Aufnahme in einen Templerorden bereits zu Tempelrittern im eigentlichen Sinne geworden zu sein. In manchen modernen Gemeinschaften werden tatsächlich unmittelbar nach dem Beitritt Rittertitel oder entsprechende Urkunden verliehen. Das mag den Erwartungen einzelner Interessenten entsprechen, ist aber nicht unser Verständnis einer ernsthaften geistigen Entwicklung.

Im ASTO unterscheiden wir zwischen der organisatorischen Zugehörigkeit zur Gemeinschaft und dem Fortschritt auf dem geistigen Studienweg. Unsere Ausbildung ist in aufeinander aufbauende Abschnitte gegliedert. Auf die Ritterrunde folgt der Vorhof, und später eröffnet sich mit der Gralsrunde ein weiterführender Bereich des Studiums. Der Weg führt vom Pilgrim über die Knappenstufe und weitere Ordensgrade bis zu höheren Verantwortungsstufen. Die einzelnen Grade sind mit einem festgelegten Studienfortschritt verbunden. Die Knappenstufe beginnt nach dem entsprechenden Abschnitt der Ritterrunde, während die Ritterstufe erst nach weiterführenden Studien im Vorhof vorgesehen ist. Weitere Stufen führen zu Offiziers- und Komturgraden.

Diese Ordnung verfolgt einen bestimmten Zweck. Der Mensch soll Zeit erhalten, die vermittelten Gedanken aufzunehmen, darüber nachzudenken und sie in seinem Leben zu erproben. Geistige Entwicklung lässt sich nicht beliebig beschleunigen. Wer heute einen Lehrbrief liest, hat dessen Inhalt möglicherweise verstanden, doch zwischen dem Verstehen einer Lehre und ihrer dauerhaften Verwirklichung liegt oft ein langer Weg. Geduld ist deshalb keine nebensächliche Eigenschaft, sondern ein wesentlicher Bestandteil unserer Ausbildung.

Ein Titel soll im Idealfall nicht das Selbstbewusstsein eines Menschen künstlich erhöhen, sondern an eine gewachsene Verantwortung erinnern. Je weiter jemand auf dem Ordensweg fortschreitet, desto weniger sollte er das Bedürfnis verspüren, anderen seine vermeintliche Überlegenheit zu beweisen. Wahre Ritterlichkeit zeigt sich nicht im Anspruch auf besondere Anerkennung, sondern in der Art, wie wir unseren Mitmenschen begegnen.

Was ein Interessent bei uns erwarten darf

Wer sich für die Ritterrunde interessiert, soll zunächst die Möglichkeit haben, den Studienweg kennenzulernen und eine überlegte Entscheidung zu treffen. Wir halten es für wichtig, dass ein Mensch weiß, worauf er sich einlässt, bevor er eine weitergehende Bindung eingeht. Aus diesem Grund unterscheiden wir zwischen dem ersten Kennenlernen unserer Lehren und der dauerhaften Teilnahme am Ordensstudium.

Das Studium ist so aufgebaut, dass die Lehrinhalte in einer festgelegten Reihenfolge vermittelt werden. Neue Lehrbriefe werden grundsätzlich in einem vierzehntägigen Rhythmus zugänglich gemacht. Dadurch soll verhindert werden, dass der Studierende möglichst viele Texte in kurzer Zeit konsumiert, ohne sich mit ihrem Inhalt eingehend auseinanderzusetzen. Der Sinn besteht nicht darin, innerhalb weniger Wochen möglichst weit voranzukommen, sondern darin, Gedanken zur Wirkung gelangen zu lassen.

Zu den Themen gehören neben der Geschichte des Templerordens auch Fragen der Ethik, der geistigen Entwicklung, der religiösen und philosophischen Überlieferungen sowie ausgewählte Lehren aus dem Umfeld der Freimaurerei, des Rosenkreuzertums und der Alchemie. Diese Themen werden nicht als Ersatz für eigenständiges Denken verstanden, sondern als Anregungen zu einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Menschen und seiner Stellung in der Welt.

Dabei erwarten wir keine kritiklose Übernahme sämtlicher Gedanken. Eine ernsthafte geistige Schule sollte nicht Menschen hervorbringen, die nur wiederholen, was ihnen gesagt wurde. Sie sollte Menschen fördern, die selbstständig denken, zwischen Behauptung und Erkenntnis unterscheiden und bereit sind, ihre Überzeugungen verantwortungsbewusst zu prüfen.

Für wen ist der Templerweg geeignet?

Nicht jeder Mensch, der sich für die Geschichte der Tempelritter begeistert, muss deshalb auch Mitglied eines heutigen Templerordens werden. Es gibt viele ausgezeichnete Möglichkeiten, sich mit ihrer Geschichte zu beschäftigen, Bücher zu lesen, historische Stätten zu besuchen oder an wissenschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Für einen solchen historischen Interessenbereich ist eine Ordensmitgliedschaft nicht erforderlich.

Unser Studienweg richtet sich vor allem an Menschen, die über das rein geschichtliche Interesse hinausgehen wollen. Er spricht jene an, die nach einer geistigen Orientierung suchen, sich mit den großen Fragen der menschlichen Existenz beschäftigen und bereit sind, ihr eigenes Denken und Handeln zu hinterfragen. Alter, gesellschaftlicher Rang und berufliche Stellung sind dabei nicht die entscheidenden Merkmale. Ein einfacher Arbeiter kann mehr innere Würde besitzen als ein hochgestellter Amtsträger. Ein Mensch ohne akademische Ausbildung kann über tiefere Lebensweisheit verfügen als jemand, der zahlreiche Titel erworben hat. Entscheidend sind Aufrichtigkeit, Lernbereitschaft und der Wille zur persönlichen Entwicklung.

Wer allerdings vor allem nach gesellschaftlichem Ansehen, außergewöhnlichen Machtbefugnissen oder der schnellen Verleihung eindrucksvoller Ordenstitel sucht, wird die eigentliche Bedeutung unseres Studienweges kaum verstehen. Der Templerorden soll kein Mittel zur Befriedigung persönlicher Eitelkeit sein. Er soll vielmehr dazu beitragen, jene Eigenschaften zu entwickeln, die einen Menschen im besten Sinne des Wortes veredeln.

Ein ernsthafter Interessent sollte daher bereit sein, sich regelmäßig Zeit für das Studium zu nehmen, die erhaltenen Lehrbriefe aufmerksam zu lesen und über deren Inhalt nachzudenken. Er sollte die Bereitschaft mitbringen, seine Erfahrungen kritisch zu betrachten und auch unbequeme Fragen an sich selbst zu stellen. Nicht jeder Gedanke wird sofort verständlich sein. Manche Einsicht erschließt sich erst nach längerer Beschäftigung. Auch das gehört zu einem fortschreitenden geistigen Weg.

Wie erfolgt nun der tatsächliche Einstieg?

Der erste Schritt ist wesentlich einfacher, als viele Menschen vermuten. Niemand muss nach Wien reisen, um in einer mittelalterlich anmutenden Zeremonie um Aufnahme zu bitten. Es bedarf auch keiner besonderen gesellschaftlichen Beziehungen oder einer Empfehlung durch einen hochrangigen Ordensangehörigen, um sich zunächst mit unserem Studienangebot vertraut zu machen. Die Einführung erfolgt über unsere Ordenswebsite und die dafür vorgesehenen Studienunterlagen.

Wer Interesse hat, kann sich über die Ritterrunde informieren und den dafür vorgesehenen Zugang beantragen. So erhält er die Möglichkeit, sich mit dem Aufbau und den ersten Inhalten auseinanderzusetzen. Für das weiterführende Studium stehen unterschiedliche Mitgliedschaftsmodelle zur Verfügung, darunter eine zeitlich begrenzte Kennenlernmitgliedschaft sowie reguläre Studien- und Premiummitgliedschaften. Die jeweils geltenden Bedingungen und Kosten werden bei der Anmeldung erläutert.

Wichtig ist uns dabei, dass die Entscheidung bewusst erfolgt. Wir wollen niemanden durch künstlichen Zeitdruck, übertriebene Versprechungen oder die Aussicht auf angeblich sensationelle Geheimnisse zur Mitgliedschaft bewegen. Ein Mensch, der sich nach ernsthafter Prüfung für unseren Weg entscheidet, bringt eine wesentlich bessere Voraussetzung mit als jemand, der lediglich einer augenblicklichen Begeisterung folgt.

Die Ritterrunde ist deshalb nicht bloß eine organisatorische Vorstufe. Sie soll eine erste Begegnung mit einer anderen Art des Denkens ermöglichen. Vielleicht wird der eine darin lediglich interessante historische und philosophische Gedanken finden. Ein anderer wird erkennen, dass ihn bestimmte Fragen schon sein ganzes Leben beschäftigt haben. Wieder ein anderer wird feststellen, dass dieser Studienweg seinen persönlichen Vorstellungen nicht entspricht. Auch eine solche Erkenntnis ist wertvoll, denn eine freiwillige geistige Gemeinschaft sollte auf innerer Überzeugung beruhen.

Warum der ASTO keine schnellen Rittertitel verspricht

Unsere heutige Gesellschaft ist daran gewöhnt, möglichst rasch Ergebnisse zu erhalten. Informationen stehen innerhalb von Sekunden zur Verfügung, berufliche Qualifikationen werden häufig nach ihrem unmittelbaren Nutzen beurteilt, und selbst persönliche Entwicklung wird nicht selten als ein Prozess dargestellt, der sich mit wenigen einfachen Methoden beschleunigen lässt. Gerade deshalb erscheint ein langfristig angelegter geistiger Studienweg manchen Menschen zunächst ungewohnt.

Doch die Entwicklung eines Charakters folgt anderen Gesetzen als der Erwerb einer technischen Fertigkeit. Man kann innerhalb kurzer Zeit lernen, eine bestimmte Software zu bedienen, aber man wird nicht innerhalb weniger Tage zu einem gerechten, geduldigen und innerlich gefestigten Menschen. Selbstkenntnis entsteht durch Erfahrung, Nachdenken und die Bereitschaft, eigene Fehler zu erkennen. Geistige Reife verlangt Wiederholung, Beharrlichkeit und gelegentlich auch die schmerzhafte Einsicht, dass bisherige Überzeugungen einer Überprüfung bedürfen.

Der mittelalterliche Ritter musste seine Fähigkeiten über Jahre entwickeln. Er lernte nicht nur den Umgang mit Waffen, sondern auch Disziplin, Gehorsam gegenüber der jeweiligen Ordnung und die Pflichten seines Standes. Für den modernen geistigen Templer stehen andere Anforderungen im Vordergrund. Sein Schwert ist nicht die Waffe, mit der er einen äußeren Gegner bezwingt, sondern ein Sinnbild für Unterscheidungsvermögen und die Fähigkeit, Wahrheit von Täuschung zu trennen. Sein Schild symbolisiert die Festigkeit seiner Grundsätze. Seine Rüstung besteht aus Selbstbeherrschung, Mut und Verantwortungsbewusstsein. Und die Kämpfe, die er auszutragen hat, finden häufig nicht auf einem Schlachtfeld statt, sondern in den Entscheidungen seines alltäglichen Lebens.

Wer diese Symbolik versteht, wird erkennen, weshalb die Ritterwürde für uns mehr sein soll als eine feierliche Bezeichnung. Sie steht für eine Aufgabe, der man immer wieder neu gerecht werden muss.

Der wahre Tempel entsteht im Menschen

Vielleicht ist dies die wichtigste Erkenntnis, die wir einem Interessenten bereits vor seinem Eintritt vermitteln möchten: Der eigentliche Templerweg beginnt nicht mit einer äußeren Zeremonie, sondern mit der Entscheidung, am eigenen Wesen zu arbeiten. Ein Orden kann Wissen anbieten, Erfahrungen weitergeben, eine geordnete Ausbildung ermöglichen und eine Gemeinschaft Gleichgesinnter schaffen. Er kann einem Menschen jedoch nicht die innere Arbeit abnehmen. Niemand wird dadurch weise, dass er einer Gemeinschaft angehört, die Weisheit als Ideal verkündet. Niemand wird dadurch gerecht, dass er ein Ritterkreuz trägt. Und niemand wird dadurch ein wahrhaftiger Mensch, dass er feierlich verspricht, der Wahrheit zu dienen.

Alle diese Eigenschaften müssen sich im Leben bewähren. Sie zeigen sich darin, wie wir mit Menschen umgehen, die anderer Meinung sind, wie wir auf Enttäuschungen reagieren, wie wir Verantwortung übernehmen und ob wir auch dann unseren Grundsätzen treu bleiben, wenn daraus kein persönlicher Vorteil entsteht.

Der Tempel, den wir errichten wollen, besteht daher nicht in erster Linie aus Mauern und Säulen. Er ist ein Sinnbild für die geistige Ordnung, die der Mensch in sich selbst schaffen kann. Jeder ernsthafte Studierende trägt durch seine Arbeit an diesem inneren Tempel bei. Sein Baumaterial sind Erkenntnis, Erfahrung und Charakter. Seine Werkzeuge sind Vernunft, Gewissen, Ausdauer und der Wille zur Wahrheit. Und sein Ziel besteht nicht darin, eines Tages über anderen Menschen zu stehen, sondern immer mehr Herr seiner eigenen Schwächen zu werden.

Der erste Schritt liegt bei Ihnen

Wenn Sie sich für die Geschichte der Tempelritter interessieren, wenn Sie mehr über ihre geistige Symbolik erfahren möchten oder wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Leben neben den alltäglichen Verpflichtungen auch eine vertiefte geistige Orientierung benötigt, dann kann unsere Ritterrunde für Sie ein sinnvoller Anfang sein.

Sie müssen dafür nicht bereits über umfangreiche historische oder philosophische Kenntnisse verfügen. Sie müssen auch nicht von Beginn an wissen, wie weit Sie auf diesem Weg gehen möchten. Es genügt zunächst die ernsthafte Bereitschaft, sich mit den angebotenen Inhalten auseinanderzusetzen und selbst zu prüfen, ob diese Form des Studiums Ihren Vorstellungen entspricht.

Der Weg steht Menschen offen, die bereit sind, ihn mit Ernsthaftigkeit und eigenverantwortlichem Denken zu beschreiten. Ob daraus eine dauerhafte Verbindung mit unserer Ordensgemeinschaft entsteht, entscheidet sich nicht allein am Tag der Anmeldung, sondern auch an den Erfahrungen und Erkenntnissen, die im Verlauf des Studiums gewonnen werden.

Mitglied eines Templerordens zu werden, ist eine äußere Entscheidung. Ein Templer im geistigen Sinne zu werden, ist eine Lebensaufgabe.

Wer lediglich einen Titel sucht, kann vielleicht eine Urkunde erhalten. Wer dagegen nach Erkenntnis, innerer Festigkeit und einer tieferen Bedeutung seines Lebens strebt, wird verstehen, warum der Weg selbst wichtiger ist als die Bezeichnung, die man eines Tages tragen darf. Der wahre Wert eines Ritters zeigt sich nicht darin, welchen Rang er erreicht hat, sondern darin, zu welchem Menschen er geworden ist.

Und so möchten wir jeden ernsthaft Suchenden mit einem Gedanken auf seinen Weg begleiten: Fragen Sie nicht zuerst, welche Würde Ihnen ein Orden verleihen kann. Fragen Sie vielmehr, welche Eigenschaften Sie entwickeln wollen und welchen Beitrag Sie durch Ihr Leben zum Wohl Ihrer Mitmenschen leisten können. Denn erst dort, wo persönliche Erkenntnis mit verantwortlichem Handeln verbunden wird, beginnt das eigentliche Rittertum.

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