Armenien: Kirchenoberhaupt in Sorge um Christen im Iran
In einer Zeit wachsender Spannungen im Nahen Osten richtet sich der Blick vieler Christen erneut auf den Iran. Seine Heiligkeit, der Katholikos Karekin II., äußerte kürzlich tiefe Besorgnis über die Lage der Christen im Land. Seine Worte erinnern uns daran, dass die christlichen Gemeinden im Nahen Osten auch heute noch unter besonderen Herausforderungen leben.
Wachsame Sorge um eine alte Kirche
Die Armenisch-apostolische Kirche ist die größte christliche Gemeinschaft im Iran. Etwa 150.000 Gläubige gehören ihr an. Drei ihrer Diözesen unterstehen direkt dem Katholikosat von Etschmiadzin, dem geistlichen Zentrum der armenischen Kirche.
Nach Angaben eines Pressesprechers der armenischen Kirchenleitung steht Katholikos Karekin II. in engem Kontakt mit den Diözesen im Iran sowie mit den armenischen Patriarchaten und Katholikosaten im Libanon und in Jerusalem. In Zeiten politischer Unsicherheit ist diese geistliche Verbindung von großer Bedeutung – sie ist Ausdruck einer weltweiten Gemeinschaft, die über Grenzen hinweg zusammensteht.
Für uns als Christen – und in besonderer Weise aus der geistlichen Tradition der Templer heraus – ist die Sorge um die bedrängten Gemeinden des Ostens keine ferne Angelegenheit. Sie ist Teil unseres historischen Gedächtnisses. Die Kirchen des Orients gehören zu den ältesten Zeugen des Evangeliums.
Enge Verbindung zwischen Armenien und dem Iran
Die Beziehungen zwischen Armenien und Iran reichen weit in die Geschichte zurück. Handel, Kultur und Migration haben über Jahrhunderte hinweg ein Netz menschlicher Verbindungen geschaffen.
Der Bischof der Armenisch-apostolischen Kirche in Deutschland, Serovpe Isakhanyan, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Entwicklungen im Iran auch Auswirkungen auf Armenien haben könnten. Politische Instabilität im Nachbarland wäre nicht nur eine geopolitische Herausforderung, sondern auch eine Belastung für die armenische Gesellschaft, die eng mit den dort lebenden Armeniern verbunden ist.
Die Vielfalt der Christen im Iran
Neben den Armeniern leben im Iran auch andere christliche Gemeinschaften. Rund 30.000 Assyrer, etwa 24.000 chaldäische und lateinische Katholiken sowie eine kleine Zahl orthodoxer Christen bilden weitere Teile der christlichen Präsenz im Land.
Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Zahl sind diese Gemeinden Träger einer jahrtausendealten Tradition. Ihre Kirchen, ihre Liturgien und ihre Sprachen erinnern daran, dass das Christentum im Nahen Osten nicht eine importierte Religion ist, sondern hier seine historischen Wurzeln hat.
Ein Ruf zur Wachsamkeit und zum Gebet
Die Worte des Katholikos sind daher nicht nur eine politische Einschätzung, sondern auch ein geistlicher Appell. Für Christen weltweit bleibt es eine Aufgabe, die Brüder und Schwestern im Nahen Osten nicht zu vergessen.
In der Tradition der christlichen Ritterorden bedeutete Schutz nicht allein das Tragen von Waffen, sondern vor allem das Bewahren des Glaubens und der Gemeinschaft. Heute äußert sich dieser Schutz vor allem in Aufmerksamkeit, Solidarität und Gebet.
Mögen die alten Kirchen des Orients – von Armenien bis in den Iran – auch in schwierigen Zeiten ihren Glauben bewahren können und weiterhin Zeugnis für die Hoffnung des Evangeliums geben.
