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Das ist die Situation auf unserer Welt

Wenn wir Brüder auf die Welt blicken, wie sie sich heute darstellt, so erkennen wir ein Mosaik aus Nationen, Ordnungen und Missständen, das uns zugleich mahnt wie verpflichtet.

Die Gemeinschaft der Völker

Es gibt in unserer Zeit 195 Länder, die allgemein anerkannt sind. Jedes dieser Länder trägt die Verantwortung, ein Glied im großen Gefüge der Menschheit zu sein. Manche davon sind groß und mächtig, andere klein und unscheinbar. Doch jedes Land trägt vor Gott denselben Wert.

Der Stand der Demokratien

Der Democracy Index 2023 führt uns vor Augen, dass es nur 74 Demokratien gibt – davon 24 voll entwickelte Demokratien und 50 „fehlerhafte Demokratien“. Das bedeutet, dass weniger als die Hälfte der Nationen den Menschen die Freiheit gewährt, in Rechtsstaatlichkeit, Mitbestimmung und Gerechtigkeit zu leben. Ein großer Teil der Menschheit lebt nach wie vor unter der Herrschaft weniger Mächtiger, die sich nicht vor den Stimmen ihrer Völker verantworten.

Das Schwert des Todes

Noch immer halten zwischen 50 und 80 Staaten an der Todesstrafe fest. Von diesen setzen rund 50–60 sie aktiv um. So trägt das Schwert nicht den Charakter der Gerechtigkeit, sondern der Vergeltung. Was als Schutz gedacht ist, wird zur Machtdemonstration. Und doch wissen wir Brüder, dass kein irdisches Gericht die Seele richten kann – dies obliegt allein Gott.

Verbrechen gegen das Völkerrecht

Hinzu kommt ein schweres Kapitel: Regierungen und Herrscher, die das Völkerrecht missachten.
Organisationen wie Amnesty International weisen darauf hin, dass Staaten wie Israel, Russland, Sudan, Myanmar, Äthiopien und andere in jüngster Zeit wiederholt gegen die Ordnung der Nationen verstoßen haben. Manche Staatsführer sind bereits mit internationalen Haftbefehlen belegt, andere werden beschuldigt, sich schwerer Verbrechen schuldig gemacht zu haben.

Mahnung und Vermächtnis

Für uns Templer ist dies eine ernste Mahnung. Die Welt besitzt heute mehr Wissen, mehr Möglichkeiten und mehr Wohlstand als je zuvor – und dennoch herrschen Krieg, Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Die Zahl der Länder ist groß, die Zahl der Demokratien kleiner, und die Zahl derer, die Blut vergießen oder Völkerrecht brechen, bleibt erschreckend hoch.

Darum erinnern wir: Ein Orden Christi lebt nicht allein im Schutz des Schwertes, sondern im Dienst an Wahrheit und Gerechtigkeit. Mögen die Völker die Stimme des Gewissens hören und sich erinnern, dass sie eines Tages nicht vor Menschen, sondern vor dem höchsten Richter aller Welt Rede stehen müssen.

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