✠✠✠ INTERESSENTEN BLOG ✠✠✠

Der Schriftsteller und die Burg #Lockenhaus

Paul Anton Keller wurde am 11. Jänner 1907 in Bad Radkersburg als Sohn eines Schauspielerehepaares geboren. Die Vorfahren entstammten einer alten Nordtiroler Familie. Ein Zweig wanderte nach Südtirol aus. Von dort kam der Urgroßvater des Dichters 1805 in die Steiermark nach Abstall (heute Apace/Slowenien).

Kellers Mutter kam aus Wien und war ebenfalls Schauspielerin. 1923 begann der Schriftsteller seine öffentliche dichterische Tätigkeit mit dem Büchlein „Liebessonette“.
Im Jahre 1935 heiratete er Grete Hausmann aus Wartberg im Mürztal, zwei Jahre darauf erwarb er den Flamhof bei St. Nikolai im Sausal.

Nach weiteren zwei Jahren, also anno 1939, übernahm der Dichter, als NSDAP-Mitglieder, die Landesleitung der Reichsschrifttumskammer für den Gau Steiermark. Kellers Aufgabe bestand in der Prüfung, ob die Absichten der Aufnahmewerber mit jenen der Reichsschrifttumskammer übereinstimmten.

Im selben Jahr erfolgte der Ankauf des Gutes in Petersbergen in Graz und eines Weinbaubetriebes am Wiesberg bei Leibnitz. Das Schloss Flamberg
wurde verkauft. 1966 wurde auch das Weingut am Wiesberg veräußert.

Im Jahre 1968 erwarb Keller die Burg Lockenhaus im Burgenland und begann sie in der Folgezeit zu renovieren. Die Instandsetzungsarbeiten konnten
jedoch nicht abgeschlossen werden, weil der Dichter am 20. Oktober 1976 in Graz verstarb.

Seine Frau Margaret Keller führt das begonnene Aufbauwerk fort, muss jedoch bald erkennen, dass ihre finanzielle Mittel nicht ausreichen.
Ungeachtet der Angebote seitens privater Kaufwerber beschloss Frau Margaret Keller die Burg Lockenhaus zum Andenken ihres Mannes in die „Prof. Paul Anton Keller-Stiftung“ – Burg Lockenhaus einzubringen und erhielt dafür vom Land Burgenland eine lebenslange Pfründe.

Seit 1980 verwaltet ein Kuratorium der Stiftung die Burg unter der Leitung von Generaldirektor Eugen Horvath, ein Mitglied unseres Ordens. Seit dieser Zeit wurden Werte in der Höhe von rund 22 Millionen Euro für die weitere Instandsetzung der Burg, durch Spenden und der Arbeit von Häftlingen des Gefangegenhauses Eisenstadt, eingebracht.

Unser Ordensmitglied verstarb im 92. Lebensjahr in Eisenstadt. Seit dem ist die Stiftung „in der Hand“ der Familie Horvath. Nach einigen Fehlschlägen dürfte sie jetzt in guten Hand sein.

Schreibe einen Kommentar