Die Moral des Vatikans?

Selbst Millionen Tote störten diese Kirche nicht.
Rief sie doch, auf beiden Seiten, auch zum Zweiten Weltkrieg auf.
Verpflichtete sie doch alle Soldaten zum Fahneneid. Und ist sie doch
jederzeit zu neuen und womöglich noch größeren Greueln bereit, nach
ihren Moralbegriffen vielleicht nötig, gerecht und gut, ein Liebesdienst –
aber Liebe außerhalb der Ehe ist Verbrechen.

Ganz unbeeindruckt offenbar vom Ersten Weltkrieg, schrieb ein
Katholik zu Beginn der zwanziger Jahre: »Nirgends aber würde Unordnung,
Zuchtlosigkeit und Maßlosigkeit, in welcher Richtung immer
sie hervortreten würde…, nirgends und auf keinem Gebiete des
menschlichen Lebens wäre Anarchie und Willkür und blinder, unmächtiger
Naturdrang verhängnisvoller als auf diesem Quellgebiet des menschlichen
Lebens. Die Menschheit müßte eine solche Zügellosigkeit und
Anarchie mit ihrer Existenz bezahlen«.
« Das freilich behauptet man
auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch: »Wenn es einen Trieb gibt, der den
Menschen unter die Würde seiner Vernunft und Freiheit hinabdrücken
kann, so ist es sicher der Geschlechtstrieb.«

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