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⚔️ Die Ständeordnung im Mittelalter

Den ersten Stand innerhalb der mittelalterlichen Ordnung bildete der Klerus, zu dem alle Geistlichen gehörten. Die Aufgabe der Angehörigen dieses Standes war auf das Seelenheil der Menschen ausgerichtet. Durch moralische und sittliche Festigung sollte dieses Ziel erreicht werden. Da die Menschen des Mittelalters zu einem hohen Prozentsatz aus Analphabeten bestanden, waren sie kaum in der Lage, die kirchlichen Lehrmeinungen zu überprüfen. Aufbegehren gegen ein Leben in Armut war kaum zu verzeichnen, da von den Kanzeln gepredigt wurde, dass ihr Schicksal von Gott vorherbestimmt sei. Der Lohn für ihr entbehrungsreiches Dasein sollte im Jenseits auf sie warten.

Der zweite Stand hatte die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und musste im Kriegsfall Land und Volk verteidigen. Die Mitglieder des ersten und zweiten Standes verfügten über ausgedehnte Privilegien gegenüber dem dritten Stand.

Der dritte Stand setzte sich aus Bauern und einfachen Bürgern zusammen. Die Bauern, die etwa 90 Prozent der Bevölkerung stellten, waren die wichtigsten Güterproduzenten. So waren sie Hersteller von Lebensmitteln und Materialien für die Bekleidung, erbrachten Dienstleistungen und Bauarbeiten. Ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung verhielt sich allerdings umgekehrt zu ihrem Ansehen und ihrer Möglichkeit an gesellschaftlicher Teilhabe. Auch auf Entscheidungen, die ihr eigenes Leben betrafen, hatten sie kaum Einfluss.

Die Ständeordnung des Mittelalters führte zu einer Zweiteilung der Gesellschaft in eine herrschende und eine beherrschte Schicht. Die mit Privilegien ausgestatteten ersten beiden Stände mussten sich größtenteils um ihre Existenzsicherung nicht sorgen, dem dritten Stand mangelte es dagegen häufig an grundlegenden Dingen wie etwa ausreichender Nahrung, was sie nicht selten in eine Lage existenzieller Bedrohung führte.

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