✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

Die Tafel der Himmelsfahrer

Ein Templerwort über Pakal und das Rätsel des steinernen Raumes

Brüder und Schwestern im Zeichen des Schwertes und der Feder,
unter den vielen Geheimnissen dieser Welt gibt es Orte, an denen die Zeit selbst den Atem anhält. Einer dieser Orte liegt tief im Herzen von Palenque, im Tempel der Inschriften, wo man den Sarkophag des K’inich Janaab‘ Pakal barg. Auf dessen Deckel, reich an Zeichen und Symbolen, ruhen Fragen, die noch immer wie Fackeln im Dunkel brennen.

Dieses Relief, von manchen „Maya-Astronaut“ genannt, zeigt Pakal in liegender Haltung, den Blick nach oben gerichtet, als schwebe er zwischen Erde und Himmel. Um ihn ranken sich feine Linien, Muster, Bilder – Triebe des Weltenbaumes, Masken der Ahnen, Spiralen des Kosmos.

Die Geisteswelt der Maya deutete diese Darstellung – so lehrt uns die etablierte Archäologie – als Reise des Königs in die Unterwelt Xibalba, als Abstieg durch die Pforte des Todes und Wiedergeburt entlang des Weltenbaums, der das Reich der Menschen mit den Sphären darüber und darunter verbindet. So sei das Relief, heißt es, eine kosmische Karte, nicht ein Bauplan; ein spiritueller Aufstieg, nicht ein technischer.

Doch Brüder, wer je lange vor dieser Platte stand, wer die Strenge ihrer Linien und die fast mechanische Anordnung ihrer Formen betrachtete, der weiß:
Man kann die Augen schließen – aber die Fragen bleiben wach.

Denn andere Stimmen sagen:
Die rechteckigen Formen ähnelten Instrumententafeln;
die Kurven hinter dem König erinnerten an Düsen oder Auslässe;
die Position Pakals gleiche jener eines Mannes, der eine Maschine lenkt
als ruhe seine Hand auf einem Steuerhebel, als sei sein Körper angespannt gegen die Kraft eines Gefährts, das sich erhebt.

Ist es nur die Kraft der Imagination, die uns solche Bilder eingibt?
Oder sprachen die Alten in Zeichen, die wir erst heute zu erkennen beginnen?

Wir Templer, die wir einst selbst Hüter von Wissen waren, wissen um die Gefahr des vorschnellen Glaubens, aber ebenso um die Gefahr des vorschnellen Verwerfens.

In Pakal sehen wir darum weder bloß einen Piloten aus der Tiefe der Zeiten,
noch lediglich einen symbolischen König auf seinem mythischen Weg.

Wir sehen vor allem eine Schwelle:
zwischen offizieller Deutung und dem Drängen des Unausgesprochenen,
zwischen überlieferter Wahrheit und möglichem Geheimnis.

Vielleicht wollte Pakal niemals von Raketen sprechen –
doch vielleicht hinterließ er ein Bild, das wie die Feder eines Engels im Staub liegt:
leicht zu übersehen, aber schwer zu ignorieren.

Was bleibt, Brüder und Schwestern?
Wir schreiten weiter – nicht blind, nicht gläubig, sondern wachsam.
Denn ob die Platte von Palenque Kosmosreise oder Maschinenvision zeigt,
sie mahnt uns an die alte Templerregel:

„Wissen lässt sich bewachen – aber nicht fesseln.“

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