Gedanken am 21. November

Manche Leute befürchten, Tonglen könnte ihnen schaden,
wenn sie sich vorstellen, sie atmeten Schmerz, Unwissenheit
oder Krankheit ein. Die tibetischen Lamas versichern uns
aber, das einzige, was durch Tonglen Schaden nehmen
könne, sei unser begrenztes Ich und dessen Selbstbefaßtheit,
die sich beide im »Willen zum Mitgefühl« auflösen werden.
Dennoch ist es empfehlenswert, solange du dich mit der
Praxis nicht vollkommen vertraut gemacht hast, Tonglen nur
für dich selbst und dir nahestehende Menschen durchzuführen.
Sobald du dich sicherer fühlst, kannst du auch »Außenstehende
« einbeziehen, denen gegenüber du kritisch eingestellt
bist oder mit denen du Mitleid hast, später auch Menschen,
für die du eine stärkere Abneigung empfindest. Mit
der Zeit kannst du auch deine schlimmsten Feinde einbeziehen
und dort, wo Angst und Schmerz waren, Frieden schaffen
und Mitgefühl erzeugen. Tonglen ist wirklich ein Yoga,
der Schmerz in Vergebung verwandelt.
Tägliche Templerarbeit:
Wenn ich als Kind krank war, sagte meine Mutter immer, sie
wollte, sie könnte mir »die Krankheit abnehmen«. Genau diese
mütterliche Anteilnahme und Fürsorge ist die Grundlage des
Tonglen. Heute werden wir Tonglen für einen Menschen durchführen,
den wir lieben.
Atme ein paarmal loslassend durch und lasse dich in den Ort der
inneren Stille gleiten. Rufe dir einen heiligen Augenblick ins
Gedächtnis zurück, eine Situation, in der dein Herz vollkommen
offen war. Denke an einen geliebten Menschen und stelle dir vor,
all sein Schmerz, all seine Verwirrung, all sein Unwohlsein oder
Unglück seien dichte schwarze Rauchwolken, die sein Herz umgeben.
Atme diesen Rauch in dein Herz ein, und gib daß deinen
Frieden und deine Freude zurück. Fahre ein paar Minuten lang so
fort, bis du ein Geßhl der Vollendung empfindest. Schließe die
Übung mit einem Gebetßr den geliebten Menschen ab.

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