⚔️ Gedanken am 27. September
Der Schatten – Weggefährte auf dem Pfad zur Ganzheit
Das Geheimnis des Schattens
Wie sollen wir mit unserem Schatten umgehen?
Kurz gesagt: Erkenne ihn an. Sei dir seiner bewusst, bekenne dich zu ihm, gestehe dir seine Projektionen ein – und lerne, mit ihm zu leben.
Der Schatten wird niemals verschwinden, solange wir auf dieser Erde wandeln. Denn wir leben in einer Welt der Gegensätze:
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Ohne das Böse gibt es kein Gutes.
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Ohne Dunkelheit gäbe es kein Sehnen nach Licht.
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Ohne Habgier wüssten wir nicht, was wahre Großzügigkeit ist.
Der Schatten ist nicht bloß Bürde, sondern auch Lehrer. Er macht uns empfänglich für Tugend, für Demut und für die Sehnsucht nach Gott.
Der Schatten als notwendiger Begleiter
Eines Tages – wenn wir aus dem Traum der Gegensätze erwachen, wenn „wir und die anderen“, oben und unten, schwarz und weiß, männlich und weiblich aufgehoben sind – wird der Schatten nicht mehr benötigt. Dann werden wir in der Ganzheit ruhen.
Doch bis es soweit ist, hat der Schatten seine Berechtigung. Gib also dem Teufel, was des Teufels ist. Wirf die Illusion von dir, hier auf Erden je vollkommen zu sein. Vollkommenheit ist nicht von dieser Welt – sie gehört dem Reich Gottes.
Der Schatten begleitet uns wie ein dunkler Zwilling, doch er weist den Weg. Wer ihn erkennt, kann das Licht umso klarer ergreifen.
Templerarbeit
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Gehe heute, wenn möglich, auf einen achtsamen Spaziergang.
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Erfreue dich am Wandel der Jahreszeiten und ruhe im Schoß von Mutter Natur.
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Nimm wahr: Wie der Herbst Tag und Nacht neu austariert, so balancieren auch wir Licht und Schatten in uns selbst.
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Setze in der kommenden Nacht deine Traumübungen fort. Achte besonders auf Figuren oder Szenen, in denen der Schatten Gestalt annimmt – sie sind deine geheimen Lehrer.
Fazit
Der Weg des Templers ist nicht der Weg der Verdrängung, sondern der Integration. Wir werden heil, wenn wir Licht und Schatten gleichermaßen anerkennen. Denn der Schatten erinnert uns: Solange wir in der Welt der Gegensätze leben, sind wir Suchende – nicht Vollkommene.
Non nobis, Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam.
