✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

Heute ist Freitag der 13.

Betrachtungen eines Templers

Im Namen des Herrn schreibe ich diese Zeilen, da der heutige Tag unter den Menschen Furcht sät: Freitag, der 13. Man flüstert in den Gassen, Händler schlagen das Kreuz, und selbst gestandene Ritter meiden Aufbruch und Wagnis. Doch ich, ein armer Bruder des Tempels, sehe in diesem Tage mehr Prüfung als Unheil.

Der Freitag ist uns heilig und schwer zugleich. Es war an einem Freitag, da unser Erlöser das Kreuz trug und für die Sünden der Welt starb. Darum ist jeder Freitag ein Tag der Buße, der Einkehr, des Fastens. Wer also an einem Freitag Furcht verspürt, der soll nicht den Sternen oder Zahlen die Schuld geben, sondern sein eigenes Herz prüfen.

Und was die Zahl Dreizehn betrifft – sie wird von vielen gemieden wie ein Aussätziger. Man sagt, sie bringe Zwietracht, Verrat und Tod. Gewiss, beim letzten Abendmahl saßen dreizehn am Tische, und Verrat ging daraus hervor. Doch waren es nicht Hochmut, Habgier und Schwäche des Geistes, die das Unheil gebaren – und nicht die Zahl selbst?

Wir Templer kennen das Flüstern der Welt nur zu gut. Manch einer behauptet gar, unser Orden sei an einem Freitag, dem 13., ins Verderben gestoßen worden – verraten von Königen, verleumdet von Feinden, geprüft von Gott. Ob dies nun Zufall oder Fügung war, liegt allein im göttlichen Ratschluss. Doch eines weiß ich: Kein Tag vermag einen reinen Bruder zu verderben, so wie kein Datum einen sündigen zu retten vermag.

Darum schreibe ich euch, Brüder und Schwestern: Fürchtet nicht den Kalender. Fürchtet vielmehr ein Leben ohne Tugend. Wenn der 13. auf einen Freitag fällt, so nehmt ihn an wie jeden anderen Tag – mit Gebet, mit Mut, mit aufrechtem Herzen.

Denn der wahre Feind lauert nicht in Zahlen oder Tagen, sondern im Schatten der Seele.

Deus vult.

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