✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

Kein Ehemann, keine Gesundheitsversorgung?

 Unverheiratete Frau erhält keine Schwangerschaftsvorsorge

Dass ein Arzt, der den hippokratischen Eid geschworen hat, die Behandlung einer schwangeren Frau aufgrund ihres Familienstands ablehnen könnte, war einst undenkbar. Doch dieser Fall – vermutlich der erste seiner Art nicht nur in Tennessee, sondern im ganzen Land – ist dank des Medical Ethics Defense Act von Tennessee aus dem Jahr 2025 völlig legal.

Dieses Gesetz, das Anfang des Jahres in Kraft trat, erlaubt es Ärzten in Tennessee, Patienten aus moralischen, ethischen und religiösen Gründen die medizinische Versorgung zu verweigern.

Nach den neuen Richtlinien können Patientinnen Eingriffe wie Abtreibungen, geschlechtsangleichende Behandlungen, die Verschreibung von Verhütungsmitteln und Schwangerschaftsvorsorge verweigert werden. In ländlichen Gemeinden in Tennessee, wo es im Umkreis von mehreren Kilometern oft nur einen Arzt oder Spezialisten gibt, gibt es keinen Schutz. Ärzte sind nicht einmal verpflichtet, Patientinnen, die sie nicht behandeln möchten, zu überweisen.

Nun ist die unverheiratete Schwangere gezwungen, sich stundenlang in Virginia um Schwangerschaftsvorsorge zu kümmern. Sie gibt zu, dass sie Angst hat, dass die Ärzte vor Ort im Notfall das Leben des Fötus über ihr eigenes stellen könnten. Sie sagt, ihre Schwangerschaft – die eigentlich Freude bereiten sollte – sei ihr zu existenzieller Angst geworden.

Ist „Richte keinen Schaden an“ über Bord geworfen?

Die Geschichte wurde kürzlich bei einer Bürgerversammlung in Jonesborough, Tennessee, bekannt, wo die namentlich nicht genannte Frau ihre Geschichte zum ersten Mal erzählte. Sie sagte, sie sei zu ihrer ersten Schwangerschaftsvorsorge zu einem örtlichen Arzt gegangen, doch als der Arzt von ihrem Familienstand erfuhr, sei ihm die Behandlung abrupt verweigert worden.

Schreibe einen Kommentar