Tosender Applaus im Kongress
Wolodimir Selenski kämpft um die Herzen der Amerikaner
Der ukrainische Präsident ist am Mittwochabend begeistert im amerikanischen Kongress empfangen worden. In seiner Rede zog er geschickt historische Vergleiche zwischen dem ukrainischen Unabhängigkeitskrieg von heute und dem amerikanischen Freiheitskampf gegen die britische Krone oder gegen den Faschismus im Zweiten Weltkrieg. Und er warnte: Ohne verstärkte Waffenlieferungen könne der ukrainische Unabhängigkeitskampf verlorengehen.
So sehen wir es: Dem Helden-Empfang für den ukrainischen Präsidenten Selenski in Washington wohnt eine Symbolkraft inne, der die Moskauer Aggressoren nichts Vergleichbares entgegensetzen können. Den Krieg entscheiden werden jedoch die Waffen. Die Ukraine bekommt noch immer nicht genügend Unterstützung, vor allem aus Europa. Nach zwei Weltkriegen und den Jugoslawienkriegen sind es einmal mehr die Amerikaner, die in Europa die Kohlen aus dem Feuer holen.
So ist die Lage in Moskau: Was als «militärische Spezialoperation» begann und einen handstreichartigen Feldzug zur Unterwerfung des Nachbarlands versprach, ist zum zähen Stellungskrieg geworden. Präsident Wladimir Putin hat nun erklärt, die russische Armee werde immer stärker. Verteidigungsminister Sergei Schoigu schlug in einem Auftritt die Erhöhung des Soll-Bestands der Armee auf 1,5 Millionen und der Altersgrenze für die Einberufung zum obligatorischen Militärdienst von 27 auf 30 Jahre vor.
