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Ungarn kassiert am meisten – und Luxemburg lacht

Die absurde Spanne der EU-Mehrwertsteuersätze

27 Prozent Mehrwertsteuer – das ist der Rekordwert innerhalb der Europäischen Union, und er gehört Ungarn. Wer dort einkauft, zahlt auf fast alles mehr als ein Viertel des Preises an den Staat.

Also mehr als ein viertel Liter des Tokaja säuft der Staat weg!

Zum Vergleich: Luxemburg verlangt nur 17 Prozent, Malta liegt bei 18 Prozent. Beide Länder kommen damit offenbar gut aus – und zeigen, dass es auch anders geht.

Der Unterschied ist nicht nur ein Kuriosum, er wirft grundsätzliche Fragen auf: Warum müssen die ungarischen Bürger derart tief in die Tasche greifen, während andere EU-Bürger deutlich weniger an den Fiskus abführen?

Einheitliche Regeln? Von wegen.

Zwar hat die EU einen Mindeststandardsteuersatz festgelegt – 15 Prozent –, der von keinem Mitgliedsland unterschritten werden darf. Doch nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Jedes Land kann frei entscheiden, wie stark es seine Bürger und Konsumenten über die Mehrwertsteuer belastet. Das Ergebnis: eine Spanne von zehn Prozentpunkten zwischen dem niedrigsten (Luxemburg, 17 %) und dem höchsten Satz (Ungarn, 27 %).

Was das für die Bürger bedeutet

Für Verbraucher in Ungarn heißt das:

  • Alltägliche Einkäufe werden spürbar teurer.

  • Die Kaufkraft sinkt, vor allem für Menschen mit geringem Einkommen.

  • Der Staat finanziert sich in erheblichem Maß durch Konsumsteuern – eine der unsozialsten Steuerarten, weil sie alle gleichermaßen trifft, unabhängig vom Einkommen.

Luxemburg und Malta hingegen können mit moderaten Steuersätzen leben, ohne ihre Staatsfinanzen ins Chaos zu stürzen. Hier zeigt sich, dass hohe Mehrwertsteuern keine zwingende Notwendigkeit sind, sondern eine politische Entscheidung.

Der Blick über den Atlantik

Noch erstaunlicher wird der Vergleich, wenn man auf die USA schaut. Dort gibt es nicht nur Bundesstaaten mit sehr niedrigen „Sales Taxes“, sondern einige kommen sogar mit 0 % aus – etwa Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon. Das zeigt: Eine funktionierende Verwaltung und Infrastruktur müssen nicht zwangsläufig über hohe Konsumsteuern finanziert werden.

Fazit

Die EU erlaubt eine bemerkenswerte steuerliche Bandbreite. Für die Bürger bedeutet das: Wer Pech hat und im „falschen“ Mitgliedsstaat lebt, zahlt kräftig drauf. Dass Ungarn seine Bevölkerung mit 27 % Mehrwertsteuer belastet, ist angesichts der Beispiele Luxemburg und Malta schwer zu rechtfertigen. Und der Blick in die USA beweist: Es geht auch ganz ohne.

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