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Was war das Österlachen in der katholischen Kirche?

Das sogenannte „Österlachen“ (auch Risus paschalis) ist eine wenig bekannte, aber faszinierende Tradition der katholischen Kirche, die insbesondere im Mittelalter und in der frühen Neuzeit praktiziert wurde. Es handelte sich dabei um eine österliche Praxis, bei der der Priester oder Prediger während der Ostermesse die Gemeinde bewusst zum Lachen bringen sollte – sei es durch humorvolle Anekdoten, Wortspiele oder symbolische Gesten. Ziel war es, die österliche Freude über die Auferstehung Christi zum Ausdruck zu bringen.

Ursprung und Bedeutung

Das Österlachen wurzelt im tiefen theologischen Verständnis der Auferstehung Jesu Christi als Sieg des Lebens über den Tod, des Lichts über die Dunkelheit – und des göttlichen Humors über das Böse. In der mittelalterlichen Vorstellung galt das Lachen als Zeichen der Überlegenheit Gottes über den Teufel. Der auferstandene Christus habe mit seiner Auferstehung den Teufel „ausgelacht“, ihn gewissermaßen verspottet und entmachtet. Dieses göttliche „Lachen“ wurde in der Liturgie nachvollzogen.

So entstand die Tradition, dass am Ostersonntag in der Predigt nicht nur freudige, sondern auch komische Elemente eingebaut wurden. Manchmal trieben Priester sogar kleine Späße von der Kanzel aus oder zeigten symbolische Bilder, die zum Schmunzeln anregen sollten.

Beispiele für das Österlachen

Überliefert sind Berichte von Predigten, in denen kuriose Geschichten erzählt wurden oder der Priester das Publikum mit einem Unerwarteten Lacher überraschte. In manchen Regionen gab es sogar Clowns, die während der Messe auftraten, oder Priester, die mit ungewöhnlichen Gesten den Ernst der Liturgie mit dem Humor der Auferstehungsfreude verbanden.

Ein Beispiel aus Bayern berichtet von einem Priester, der an Ostern ein Ei auf der Kanzel versteckte und während der Predigt so tat, als hätte es der Teufel gelegt – um dann die Auferstehung als Triumph Gottes über solche Tricksereien zu preisen.

Warum verschwand das Österlachen?

Im Zuge der Liturgiereformen nach dem Konzil von Trient (1545–1563) wurde das Österlachen zunehmend unterbunden. Die Kirche strebte nach mehr Ernsthaftigkeit und Disziplin in der Liturgie. Humor und Lachen galten als unpassend für den heiligen Raum und wurden zunehmend als Zeichen von Unordnung angesehen.

Auch im 19. Jahrhundert, einer Zeit strenger Moralvorstellungen, war kein Platz mehr für solch spontane, fröhliche Ausdrucksformen in der Kirche. Heute ist das Österlachen weitgehend in Vergessenheit geraten – es bleibt aber ein faszinierendes Beispiel dafür, wie lebendig, menschlich und lebensnah Glaube auch sein kann.

Fazit

Das Österlachen zeigt, dass der christliche Glaube nicht nur ein Weg durch Leid und Kreuz ist, sondern auch durch Freude und Licht. In einer Zeit, in der Humor und Spiritualität oft getrennt voneinander betrachtet werden, erinnert uns diese alte Tradition daran, dass Lachen und Glaube kein Widerspruch sind – sondern eine göttliche Verbindung haben können.

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