Was war eigentlich mit dem Erzbischof Marcinkus
Erzbischof Paul Marcinkus führte nach dem Ende der akuten Strafverfolgung ein erstaunlich unbemanntes und luxuriöses Leben im US-Ruhestand. Er wurde rechtlich nie verurteilt, da die italienischen Haftbefehle gegen ihn 1991 wegen seiner vaticanischen Diplomatenimmunität endgültig verworfen wurden.
Sein Lebensweg nach den Barrikadenjahren im Vatikan verlief wie folgt:
1. Die Jahre im vatikanischen Exil (1982–1989)
Während die italienische Justiz wegen Beihilfe zum betrügerischen Bankrott der Banco Ambrosiano nach ihm suchte, verließ Marcinkus den Vatikanstaat jahrelang nicht.
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- Schutz durch den Papst: Johannes Paul II. hielt seine schützende Hand über ihn, da Marcinkus ihm jahrelang als treuer Organisator von Auslandsreisen und inoffizieller Leibwächter gedient hatte.
- Beförderung im Exil: Trotz des weltweiten Finanzskandals blieb Marcinkus bis 1989 Chef der Vatikanbank (IOR). Zudem ernannte ihn der Papst mitten in der Krise zum Gouverneur der Vatikanstadt, womit er faktisch die weltliche Verwaltung des Kleinstaates leitete.
2. Rückkehr in die USA (1990)
Nachdem die juristische Luft in Italien rein war und ein Gremium aus weltlichen Finanzexperten die Bank übernommen hatte, trat Marcinkus 1990 von seinen Ämtern zurück. Er kehrte über seine Heimatstadt Chicago zurück in die USA.
3. Luxus-Ruhestand als Golf-Priester in Arizona
Marcinkus zog in eine exklusive Seniorengemeinde nach Sun City, Arizona. Dort lebte er bis zu seinem Tod ein unbeschwertes Leben:
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- Alltag: Er half als einfacher Hilfspriester in der lokalen Gemeinde St. Clement Church aus, hielt Messen und taufte Kinder.
- Hobbys: Den Großteil seiner Freizeit verbrachte er auf den exklusiven Golfplätzen Arizonas.
- Immunität auf Lebenszeit: Obwohl internationale Ermittler und Journalisten ihn weiterhin im Visier hatten, war er unantastbar. Er besaß bis zu seinem Lebensende einen Vatikan-Diplomatenpass, der ihn vor jeder Befragung oder Festnahme durch US-Behörden schützte.
4. Reueloses Ende
Marcinkus zeigte bis zum Schluss keinerlei Unrechtsbewusstsein. Auf die Vorwürfe angesprochen, reagierte er meist abweisend und verwies darauf, dass die Italiener ihr eigenes Bankensystem prüfen sollten. Von ihm stammt das legendäre, zynische Zitat zur Rechtfertigung seiner Geschäfte mit der Mafia und Scheinfirmen: „Man kann die Kirche nicht mit Ave-Marias leiten.“
Paul Marcinkus starb am 20. Februar 2006 im Alter von 84 Jahren friedlich in seinem Haus in Sun City, ohne dass er je für seine Taten zur Verantworten gezogen wurde. Er hinterließ ein Privatvermögen von rund 400.000 US-Dollar.
