Wie sich Inflation auswirkt
„Inflation nennt man den Zustand, in dem auch Ärmere mal über mehr Geld verfügen“, formulierte Erhard Blanck augenzwinkernd, wohlwissend, dass die Thematik ernst ist. Um auf einfache Weise zu veranschaulichen, wie sich Inflation auswirkt, nehmen wir an, 1 Liter Benzin würde dieses Jahr genau 1 Euro kosten.
Sie müssen Ihre Kaufkraft erhalten. Die Preise steigen fast ständig. Diese Inflation müssen Sie schlagen, indem Sie einerseits Ihr Einkommen erhöhen und andererseits – vor allem – Ihr Erspartes so intelligent anlegen, dass die Zinsen höher sind als die Inflationsrate.
„Inflation nennt man den Zustand, in dem auch Ärmere mal über mehr Geld verfügen“, formulierte Erhard Blanck augenzwinkernd, wohlwissend, dass die Thematik ernst ist. Um auf einfache Weise zu veranschaulichen, wie sich Inflation auswirkt, nehmen wir an, 1 Liter Benzin würde dieses Jahr genau 1 Euro kosten.
• Für 100 Euro bekommen Sie danach 100 Liter Benzin.
• Doch im nächsten Jahr ist Benzin um 3% teurer geworden und kostet jetzt 1,03 Euro. Folglich bekommen Sie für 100 Euro nur noch 97,08 Liter Benzin.
• Im darauf folgenden Jahr beträgt die Inflation wieder 3 % und der Benzinpreis steigt auf 1,0609 Euro. Für 100 Euro können Sie nur noch 94,26 Liter tanken.
• Nach 10 Jahren ist der Benzinpreis bei gleichbleibender Geldentwertung bei 1,305 Euro angekommen. 100 Euro entsprechen nun nur noch 76,63 Liter.
Wenn Sie Ihre Ersparnisse schlecht anlegen und zum Beispiel auf dem normalen Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist gerade mal 1,5% Guthabenzinsen kassieren, dann sparen Sie sich regelrecht arm.
In 10 Jahren haben sich Ihre 100 Euro zwar auf 114,34 Euro vermehrt, aber dafür bekommen Sie trotzdem keine 100 Liter Benzin mehr wie am Anfang, sondern nur noch 87,62 Liter, denn die Inflationsrate betrug ja 3 % und Ihr Geld hat dadurch an
Kaufkraft verloren.
Ihr Ziel, nämlich die Kaufkraft Ihres Geldes zu erhalten, bedeutet in der Praxis: Ihre Rendite muss die Teuerungsrate ausgleichen. Besser ist jedoch, sie liegt mindestens 2-3 Prozentpunkte darüber.
Noch ein paar Zahlen, die verdeutlichen, wie Inflation, der heimliche Taschendieb, Geld frisst:
Hätten Sie heute ein Vermögen von 100.000 Euro, würde es innerhalb von 20 Jahren 32.700 Euro an Wert einbüßen, wenn die Inflationsrate 2 % pro Jahr beträgt. Aus 100.000 Euro heutiger Kaufkraft würden also 67.300 Euro zukünftiger Kaufkraft
werden. Weitere 10 Jahre später hätte sie sich glatt halbiert.
Falls die jährliche Inflationsrate 3 % beträgt (was häufig vorkommt), halbieren sich die 100.000 Euro schon nach 20 Jahren!
Inflation ist also schlecht – für Ihr Kapital. Auf der anderen Seite ist Inflation gut – für wertbeständige Sachwerte. Immobilien, Antiquitäten, Sammlungen, Edelmetalle, Schmuck usw. verteuern sich unter anderem durch die Inflation. Sie sollten das bei Ihrer Vermögensanlage berücksichtigen.
Die „gefühlte“ Inflation ist deutlich höher
Abweichend von dieser „amtlichen“ Inflation gibt es auch eine „gefühlte“ Inflation. Auffällig wurde sie z.B. bei der Euro-Bargeldumstellung im Jahr 2001. Dieses „Euro gleich Teuro“-Phänomen hat Hans Wolfgang Brachinger, Professor für Wirtschaftsstatistik an der Universität Freiburg in der Schweiz und Direktor des Forschungszentrums für Wirtschaftsstatistik (CEStat.ch), statistisch nachgewiesen. Das Ergebnis seiner Forschungen ist der „Index der wahrgenommenen Inflation“. Und der lag in den letzten Jahren bei rund 5 Prozent und hat in den Jahren 2007 und 2008 sogar Werte von bis zu 12,8 Prozent erreicht.
