⚔️ Gedanken am 1. November (Allerheiligen, Samhain)
Ein Fest des Übergangs und der Dankbarkeit
Vom keltischen Neujahr zum christlichen Hochfest
Allerheiligen, wie wir es heute kennen, trägt in sich die Spuren eines uralten Festes: Samhain, das keltische Neujahrsfest. Mit dem Ende der Ernte und dem Beginn der dunklen Jahreszeit trat der Mensch in einen besonderen Rhythmus der Natur ein. Die Felder waren leer, die Vorräte eingelagert, und es begann die Zeit des Rückzugs in Mutter Erde.
Der Winter war die Zeit, am Feuer zu sitzen, die alten Schöpfungsgeschichten zu erzählen und dem Schöpfer Dank und Ehre zu erweisen. In den Nächten von Samhain kleideten sich die Menschen in die Felle der Tiere, die ihr Leben hingegeben hatten, damit der Stamm Speise, Wärme und Schutz fand. So wurde sichtbar: Tod und Leben sind eins im ewigen Kreislauf der Schöpfung.
Aus diesem Fest entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte in den angelsächsischen Ländern Halloween – und in der Kirche das Fest Allerheiligen. Doch in seinem Kern trägt es dieselbe Botschaft: die Erinnerung an die Vergänglichkeit und zugleich an die Verheißung neuer Geburt im Licht Gottes.
Der Kreislauf von Tod und Wiedergeburt
Samhain ist eine Feier des Übergangs. Alles Leben folgt demselben Gesetz: Sterben – Wandlung – neues Leben.
So wie die Pflanzen ihre Samen in die Erde geben, die im Winter ruhen, so wie die Tiere ihr Leben hingeben, damit andere überleben, so ist auch der Mensch Teil dieses großen Kreislaufs.
Auch das christliche Allerheiligenfest ruft uns dies ins Bewusstsein: Die Heiligen sind nicht fern, sondern Teil der lebendigen Gemeinschaft. Sie haben ihren Weg vollendet, und doch wirken sie in uns weiter.
Die tägliche Templerarbeit
Als Templer verstehen wir diese Feste nicht nur als Erinnerung, sondern als Aufruf zu täglicher Arbeit am eigenen Geist.
Gebet eines Templers an Samhain und Allerheiligen:
Göttlicher Geliebter,
ich erwache mit Dankbarkeit für meinen neuen Geist und meinen neuen Leib.
Mit jeder Drehung des kosmischen Rades richte ich mich auf Dich aus – auf Deinen Leib, der Mutter Erde und ihre Schöpfung ist.
Möge ich erkennen, dass alle Pflanzen, alle Tiere, alle Menschen Teil Deines Leibes sind.
So wie die Zellen meines Körpers sterben und durch neue ersetzt werden, so stirbt auch alles Leben und wird neu geboren.
Heute danke ich allen Pflanzen und Tieren, die mich und meinen Stamm ernährt haben, die uns Obdach und Kleidung gaben, damit wir unsere Erdenwanderung fortsetzen können.
Fazit
Allerheiligen und Samhain zeigen uns: Das Ende ist nie das Ende, sondern Teil eines größeren Rhythmus. Für den Templer bedeutet dies, mit jedem Tag bewusster zu leben, mit Dankbarkeit für die Gaben der Schöpfung, und mit der Entschlossenheit, selbst Teil des Lichtkreislaufs zu sein, der Leben weiterträgt.
