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⚔️ Gedanken am 24. Juni

Hildegard von Bingen und das Herabziehen des göttlichen Lichts
Empfänglichkeit für die Engel im Licht des Sommers

Die Benediktinerin, Prophetin und Mystikerin Hildegard von Bingen sah die Schöpfung nicht als abgeschlossenes Ereignis, sondern als lebendigen Strom göttlicher Gegenwart. Immer wieder sprach sie in ihren Visionen von der Schöpferkraft Gottes, vom Licht, das alles durchdringt, und von der Aufgabe des Menschen, dieses Licht in die Welt hineinzuziehen und fruchtbar zu machen.

In einem ihrer Texte heißt es:

„Gott war und ist ohne Anfang vor der Erschaffung der Welt.
Gott war und ist Licht und Glanz und Leben.
Und Gott sprach: >Es werde Licht<,
und so wurden das Licht und die strahlenden Engel erschaffen.“

Dieser Vers offenbart einen tiefen Zusammenhang: Licht ist der Ursprung aller Schöpfung, und die Engel – als Lichtboten – sind seit Anbeginn Werkzeuge und Träger dieses göttlichen Lichtes. Sie sind nicht fern oder abstrakt, sondern ganz nah, bereit, mit uns zu wirken, sobald wir innerlich still werden und sie einladen.

Der Mensch als Mitschöpfer

Hildegards Theologie war zutiefst durchdrungen von der Vorstellung, dass der Mensch kein passiver Zuschauer, sondern ein aktiver Mitwirkender im göttlichen Schöpfungsplan ist. In jedem von uns wirkt ein Funke der Urkraft – und durch unsere Gedanken, Taten, Kunst, Fürsorge, Gebete und Visionen formen wir mit am Antlitz der Welt.

Doch dazu müssen wir uns öffnen. Die langen, lichtdurchfluteten Tage des Sommers sind eine Einladung, genau das zu tun: Licht aufnehmen, Engel empfangen, schöpferische Impulse wirken lassen.

Tempelarbeit: Das Licht empfangen – Gabriels Gegenwart spüren

Diese stille Übung hilft dir, die Gegenwart der Engel – und besonders die des Erzengels Gabriel – bewusster wahrzunehmen. Gabriel ist der Engel der Verkündigung, der Geburt und des göttlichen Auftrags. Er begleitet nicht nur große historische Figuren – er möchte auch dir helfen, deine schöpferische Rolle zu erkennen.

Schritt 1: Öffnung

Suche einen stillen Ort. Setze dich aufrecht hin, schließe die Augen. Atme ein paarmal ruhig und loslassend durch. Mit jedem Ausatmen lass Spannung, Gedanken und Erwartungen los. Gleite langsam in die innere Stille.

Schritt 2: Ausrichtung

Richte deine innere Aufmerksamkeit nach rechts – zur Südseite deines Körpertempels, wo in der geistigen Symbolik Gabriel wirkt. Stell dir vor, dass von dort ein sanftes, leuchtendes Wesen in dein Feld tritt.

Sprich oder denke:

„Geliebter Gabriel, mein Führer und meine Stärke,
ich danke dir für deine Gegenwart.
Ich bin froh, dich besser zu kennen,
damit ich dich bitten kann, mir bei der Erfüllung
meiner schöpferischen Aufgabe zu helfen.“

Dann sitze still. Erwarte nichts – sei einfach da, gegenwärtig, offen, freudig. Spüre vielleicht Wärme, Licht, ein leises inneres Leuchten. Vielleicht nichts – auch das ist gut. Gabriels Wirken ist oft still und subtil.

Schritt 3: Verankerung im Alltag

Im Laufe des heutigen Tages – vielleicht zwei- bis dreimal – erinnere dich an diesen Moment. Spüre bewusst in den Raum an deiner rechten Seite, als würde Gabriel dort gegenwärtig sein. Sprich still seinen Namen, oder danke ihm im Geiste. So stärkst du die Verbindung – und bereitest dich innerlich darauf vor, aus deinem innersten Licht heraus zu handeln.

Fazit: Der Sommer als Zeit des schöpferischen Wirkens

Für Hildegard von Bingen war der Mensch ein Gefäß des Lichts, ein Garten, in dem Gott sich entfalten will. Wenn wir beginnen, uns selbst in diesem Licht zu erkennen, wird auch unser Alltag verwandelt: Worte werden kraftvoller, Gedanken lichter, Handlungen segnender.

Die Engel – allen voran Gabriel – stehen bereit, uns zu begleiten. Alles, was es braucht, ist unsere bewusste Hinwendung. Gerade jetzt, im strahlenden Sommer, ist der ideale Moment, diesen Weg zu beginnen oder zu vertiefen.

„So öffne ich mich dem Licht, das war vor aller Zeit –
und lasse mich erinnern an den Glanz,
aus dem ich kam und zu dem ich wieder werde.“

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