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✠ Die Templer-Flotte

Die Templer besaßen Niederlassungen in zahlreichen Küstenstädten, im Heiligen Land (z.B. Akkon) wie auch in Europa (z.B. Marseille) und Klein-Armenien (z.B. L’Ayas). Im Hafen von La Rochelle war dem Orden durch Eleonore von Aquitanien Zollfreiheit verbrieft worden. Templerschiffe spielten immer eine Rolle in der Versorgung des Heiligen Landes mit Lebensmitteln und anderen Gütern, ganz besonders von den Komtureien der süditalienischen Küste (s. Italien/Süd) aus. Seit 1162 sind von Templern organisierte Fahrten von Norditalien aus ins Heilige Land nachzuweisen. 1270 fuhren Templerschiffe und vom Orden gemietete Schiffe von Trani, Bari und Brindisi ab, um Güter nach Akkon zu transportieren. Auch dem Pilgertransport dienten die Templerschiffe. Werften des Ordens sind an der dalmatinischen Küste belegt, wie venezianische Quellen belegen.

Erst mit dem 5. Kreuzzug wird in den Quellen etwas greifbar, was man als Ansatz einer „Kriegsflotte“ sehen kann. An der Belagerung von Damietta im August 1218 beteiligen sich vier Koggen und zwei weitere Schiffe, die von den Templern und den Johannitern ausgerüstet worden waren. Eines der Templerschiffe sinkt im November 1218 und nimmt dabei eine große Anzahl muslimischer Angreifer mit in den Tod – ein Ereignis, das in den Chroniken gefeiert wird. Während des 7. Kreuzzuges ist schließlich in den Quellen auch ein „Admiralsschiff“ der Templer vermerkt, dem 1250 Jean de Joinville einen Besuch abstattet.

Der nach dem „Krieg von St. Sabas“ 1256-58 mit Genua geschlossene Friedensvertrag von 1267 erwähnt auch ein Seegefecht zwischen Genueser und Templer-Schiffen. Am 8. Kreuzzug beteiligten sich aber vermutlich nur zwei Schiffe. 1279 ließ der Ordensmeister Guillaume de Beaujeu anläßlich einer Fehde in der Grafschaft Tripolis, bei der sie auf Seiten Guido d’Embriacos von Gibelet gegen Bohemund VII. von Antiochia standen, 13 Galeeren ausrüsten. Bei diesem Einsatz gingen 5 Schiffe in einem Sturm verloren; mit den restlichen evakuierten die Templer unter anderem die Einwohner von Sidon. Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts kümmerte sich die Templerflotte auch um die Durchsetzung des vom Papst verhängten Handelsembargos gegen die moslemischen Gebiete. Himbert Blanc, Provinzmeister der Auvergne, überzeugte Papst Clemens V. 1306, eine kleine Taskforce unter das Kommando des Marseiller Kapitäns Pierre de Lengres zu stellen und diese mit Kaperbriefen auszustatten. Wie groß diese Flotte war, geht aus den Quellen allerdings nicht hervor.

Auf den Templerschiffen dienten nicht ausschließlich Ordensbrüder – im Gegenteil, meist war nur der Kapitän ein Ordensangehöriger. Die Soldaten und Seeleute waren bezahlte Söldner und die Schiffe gemietet. Um 1300 ist in Genua ein accarator Templi vermekrt, der vermutlich mit der Überwachung der Ausrüstung und Bewaffnung von ordenseigenen und/oder gemieteten Schiffen bedacht war. Neben den gewöhnlichen Schiffen zum Transport von Waren und Personen gab es auch speziell ausgestattete Pferdetransporter, sogenannte huissiers.

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