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Templer-Gedicht zum Palmsonntag

Templer-Gedicht zum Palmsonntag

Im Morgenlicht die Tore weit,
Jerusalem in Festlichkeit.
Die Palmen grünen, Zweige wehn,
ein König soll durchs Stadttor gehn.

Ein Templer kniet im Staub bereit,
sein Herz erfüllt von Ehr’ und Zeit.
Er weiß, dies ist kein Kriegsgericht,
kein Herr in Gold, kein Schwert, kein Licht.

Ein Esel trägt den Friedensfürst,
der nicht nach Macht, doch Wahrheit dürst’.
Die Menge jubelt, „Hosanna!“ klingt,
der Himmel über Mauern singt.

Doch tief im Blick des Ritters liegt
die Ahnung, was der Tag verschwiegt.
Die Krone, die hier bald erscheint,
ist Dornenwert – vom Leid geweint.

Palmsonntag – stiller Siegeszug,
ein Zeichen Gottes, nicht genug
für jene, die das Schwert verstehn,
doch stark für die, die sanft vergehn.

Ein Templer hebt den Blick empor,
er schwört vor Gottes stillem Tor:
„Nicht Ruhm, nicht Macht ist unser Pfad –
nur Dienst, nur Treue bis ins Grab.“

So reitet Er, der König sacht,
durch Stadt und Herz und dunkle Nacht.
Und wer Ihm folgt, mit Schild und Mut,
wählt Kreuz statt Thron – in heil’ger Glut.

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