Warum wir über Politik nicht schreiben
Gelegentlich drängt es auch uns, über Politik zu schreiben. Seit Beginn unserer Internettätigkeit haben wir uns das jedoch bewusst verboten. Das ist kein Zufall, sondern eine wohlüberlegte Entscheidung.
Über kaum ein anderes Thema lässt sich so erbittert streiten wie über Politik. Fronten verhärten sich schnell, Argumente werden nicht mehr gehört, sondern nur noch verteidigt. Genau darin liegt einer der Gründe für unsere Zurückhaltung.
Ein weiterer Grund ist historischer Natur: Wer sich informieren wollte, musste früher ausländische Sender hören – etwa in der Zeit des Nationalsozialismus oder wie es heute noch in Staaten wie Nordkorea, Iran oder Russland notwendig ist. Diese Zeiten sind bei uns vorbei.
Heute kann sich jeder, der es will, ein eigenes Bild machen. Informationen sind frei zugänglich, vielfältig und jederzeit abrufbar. Ausgeschlossen sind nur jene, die sich bewusst nicht dafür interessieren.
Und die Informierten wissen längst einige grundlegende Dinge:
Erstens: Politiker lügen – nicht immer, aber oft. Meist nicht aus Versehen, sondern aus Kalkül. Wiederwahl bedeutet Machterhalt, und Machterhalt bedeutet Zugang zu Privilegien.
Zweitens: Die Überwachung der Bürger nimmt stetig zu. Begründet wird dies mit der Bekämpfung von Kriminalität. Ob dieser Zweck immer im angemessenen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln steht, darf zumindest hinterfragt werden.
Drittens: Der Staat strebt zunehmend die vollständige Kontrolle über die Finanzen seiner Bürger an. Zahlreiche Gesetze wurden in den letzten Jahren zum Nachteil der Bevölkerung erlassen. Als Rechtfertigung dient der Kampf gegen Geldwäsche und Drogenhandel.
Viertens: Der digitale Euro wird offen angestrebt. Damit wäre eine vollständige Kontrolle über Geldflüsse möglich – nicht nur darüber, wofür Geld ausgegeben wird, sondern potenziell auch darüber, wem es überhaupt noch zur Verfügung steht. Im Extremfall könnten Bürger vom Erwerb bestimmter Produkte oder Dienstleistungen ausgeschlossen werden.
Fünftens: Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass viele Staaten de facto überschuldet sind. Lange wurde dies kaschiert, heute wird es offen eingestanden – vor allem dann, wenn es darum geht, Leistungen für Bürger zu streichen. Gleichzeitig bleiben politische Privilegien unberührt: teure Dienstfahrzeuge, umfangreiche Entourage bei Auslandsreisen und Pensionen in Höhen, die für normale Bürger unerreichbar sind.
All das ist bekannt. All das ist dokumentiert.
Es braucht daher unsere Stimme nicht zusätzlich.
Wer sich informieren will, kann dies über Zeitungen, Magazine und offizielle Verlautbarungen tun.
Und wer das nicht möchte, dem bleibt immer noch das Internet – inklusive sogenannter „Fake News“.
Aus diesem Grund schreiben wir nicht über Politik.
Nicht aus Gleichgültigkeit – sondern aus Überzeugung.

