Die Flüchtlingsbewegung durch die Jahrhunderte
Eine Betrachtung aus templischer Perspektive
Zuerst gab es Fluchthelfer aus der DDR – mutige Helden, die in dunkler Zeit das Unrecht bekämpften und den Mut aufbrachten, für Freiheit zu kämpfen. Sie waren die wahren Vorbilder unserer Menschlichkeit, die sich gegen Unterdrückung erhoben.
Mit der Zeit kamen die sogenannten Schlepper. Anfangs vielleicht noch als Nothelfer gesehen, wurden sie später von Politik und Gesellschaft abgestempelt. Sie wurden zu Kriminellen, zur „Schleppermafia“ – einer Bezeichnung, die die dunkle Seite dieses Phänomens betont. Doch sollte man sich fragen: War es nicht eine Versäumnis der Verantwortlichen, die eigentlichen Ursachen und Probleme zu erkennen und zu beheben?
Vielleicht hätten die Politiker damals andere Wege gehen können. Ein Ansatz wäre gewesen, legale und geregelte Einwanderung über Botschaften und Konsulate zu ermöglichen, ähnlich wie es in anderen Ländern üblich ist. Statt das Problem zu verschärfen, hätten sie den Menschen eine Perspektive bieten können – eine Chance auf Arbeit, Integration und ein menschenwürdiges Leben.
Ein Blick in die Geschichte erinnert uns daran, dass auch viele unsere Bürger einmal auf der Flucht waren: 100 tausende Burgenländer verließen aufgrund von Armut ihre Heimat, Juden vor Verfolgung, und später die Nazis. Vielleicht hätten unsere Botschaften im Gegensatz zu den US Fernsehfilmen, die nur ein angebliches Paradies zeigten, Filme bringen sollen, die die Tatsache bei uns zeigen. Realistische Fernsehfilme, die das ganze Ausmaß und die Herausforderungen zeigen, hätten sicher geholfen. Natürlich hätte unsere Botschaften, das Material zur Verfügung stellen müssen.
Wichtig ist auch die Frage der Arbeit. Wir besitzen genügend Ressourcen, um jene aufzunehmen, die bereit sind, sich in unsere Gemeinschaft einzubringen. Statt die Flüchtlinge als Faulpelze oder Kriminelle zu stigmatisieren, hätten wir sie motivieren müssen, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Nicht nur Almosen, sondern echte Beschäftigungsmöglichkeiten hätten eine Brücke bauen können.
Die Erfahrung lehrt uns, dass die meisten Flüchtlinge nicht kommen, um zu schmarotzen – sie sind auf der Suche nach Sicherheit, einer Chance. Wenn wir ihnen diese Chance verweigern, riskieren wir, den Strom der Flucht unkontrollierbar werden zu lassen. Die Geschichten erfolgreicher Integration und das eigene Beispiel sind die besten Lehrer.
Lasst uns also darüber nachdenken, wie wir die Probleme klug und menschlich lösen können – im Sinne einer gerechten, verantwortungsvollen Gesellschaft. Nur so können wir verhindern, dass Flucht und Migration in desillusionierende Legenden und Missverständnisse verwandelt werden.
