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Die Kirche die Nazi – und ihre Segenswünsche

Als Hirten das Kreuz verrieten und den Wolf segneten

Es gibt Stunden in der Geschichte, in denen die Masken fallen – und sichtbar wird, wer wirklich an der Seite Christi steht und wer die Macht der Welt hofiert. Eine solche Stunde war der März 1938, als Österreich in den Strudel des Nationalsozialismus gerissen wurde.

Das „Segenswort“ zum Anschluss

Am 18. März 1938, nur wenige Tage nach dem Einmarsch deutscher Truppen, unterzeichneten sieben führende katholische Würdenträger eine Erklärung, die offen die Annexion Österreichs durch Hitler-Deutschland begrüßte:

  • Kardinal Theodor Innitzer, Wien

  • Erzbischof Sigismund Waitz, Salzburg

  • Bischof Ferdinand Stanislaus Pawlikowski, (Seckau Graz) Er war kurz zuvor sogar von den Nazis inhaftiert worden.

  • Bischof Michael Memelauer ((St. Pölten)

  • Bischof Adam Hefter (Gurk-Klagenfurt)

  • Bischof Johannes Maria Gföllner (Linz)

Diese Erklärung wurde am 12. März in den Kirchen verlesen – ein scheinbar frommes Schreiben, das nichts anderes war als geistliche Rückendeckung für den politischen Raub.

Die Unterzeichnung der „Feierlichen Erklärung“ am 18. März 1938 war das Ergebnis einer psychologischen und politischen Erpressungstaktik durch den NS-Gauleiter Josef Bürckel. Er nutzte Kardinal Theodor Innitzers Naivität, seine Angst vor Kirchenverfolgungen und seine tiefe Furcht vor dem Kommunismus gezielt aus.
Der Ablauf dieser historischen Zuspitzung lässt sich in klare Phasen unterteilen:
Das Lockmittel: Ein angeblicher „Kirchenfrieden“
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen am 12. März 1938 war die Kirche in Österreich in Panik. In Deutschland tobte bereits der „Kirchenkampf“, Klöster wurden enteignet und Priester drangsaliert.
    • Gauleiter Josef Bürckel bot Innitzer scheinbar eine historische Chance an: Wenn die österreichischen Bischöfe den „Anschluss“ öffentlich unterstützten, würde Hitler im Gegenzug die Rechte der katholischen Kirche in Österreich unangetastet lassen (Schulen, Vermögen, Vereine).
    • Innitzer, der ein glühender Patriot war, glaubte Bürckels Zusagen blind. Er hoffte, durch ein schnelles Entgegenkommen Schlimmeres zu verhindern.

Die Isolation der Bischöfe im Hotel Imperial
Am 15. März traf Innitzer Adolf Hitler im Wiener Hotel Imperial. Hitler gab sich betont handzahm und gläubig, was Innitzers Illusionen verstärkte.
Am 18. März 1938 rief Innitzer die österreichischen Bischöfe im Erzbischöflichen Palais in Wien zusammen.
    • Mehrere Bischöfe – allen voran der Linzer Bischof Johannes Maria Gföllner, der schon Jahre zuvor vor dem Rassenwahn der Nationalsozialisten gewarnt hatte – äußerten massiven Widerstand.
    • Innitzer bedrängte seine Mitbrüder vehement. Er argumentierte, dass ein Widerstand die totale Vernichtung der Kirche in Österreich bedeuten würde. Aus Loyalität zum Kardinal und aus Angst vor den Konsequenzen beugten sich die Bischöfe schließlich und unterschrieben die Erklärung.

Der finale Coup: Die Erpressung des „Heil Hitler“-Zusatzes
Als Innitzer das Dokument am Abend des 18. März stolz im Hotel Imperial an den NS-Unterhändler Dr. Josef Himmelreich übergab, schnappte die Falle endgültig zu:
    • Himmelreich erklärte dem Kardinal kühl, die Erklärung sei „politisch wertlos“, wenn sie nicht von einem persönlichen Anschreiben an den Gauleiter begleitet werde.
    • Er forderte Innitzer auf, diesem Begleitschreiben die im Reich angeblich „übliche“ Grußformel hinzuzufügen.
    • Als Innitzer zögerte, wurde ihm signalisiert, dass das gesamte Abkommen scheitern und die Repressionen gegen die Kirche sofort beginnen würden, sollte er die Kooperation verweigern.
    • Unter diesem immensen psychologischen Druck griff Innitzer zum Füllfederhalter und fügte das verhängnisvolle „und Heil Hitler!“ handschriftlich hinzu.

Das bittere Resultat
Die Nationalsozialisten dachten gar nicht daran, ihr Versprechen zu halten. Sobald die Volksabstimmung im April 1938 vorbei war und das Regime die Unterschriften der Bischöfe propagandistisch ausgeschlachtet hatte, begann die systematische Zerschlagung der kirchlichen Strukturen in Österreich: Katholische Schulen wurden geschlossen, der Religionsunterricht verboten und kirchliche Güter beschlagnahmt.
Diese Unterschrift beschädigte Innitzers Ruf international massiv. Papst Pius XI. war entsetzt, zitierte Innitzer nach Rom und zwang ihn im April 1938 zu einem offiziellen Widerruf im Osservatore Romano. Bereits im Oktober 1938 erannte Innitzer seinen Irrtum endgültig, als die Hitlerjugend nach einer regimekritischen Jugendpredigt sein Erzbischöfliches Palais in Wien stürmte und verwüstete.

Verrat am Evangelium

Schon seit 1933 wusste die Welt von den Methoden der Nationalsozialisten: von der Verfolgung der Juden, der Entrechtung politischer Gegner, von der systematischen Untergrabung jeder christlichen Ordnung.
Die katholische Kirche – gut vernetzt, mit Augen und Ohren in allen Ländern – konnte dies nicht übersehen.

Und doch erhob sie ihre Stimme nicht zur Warnung, nicht zum Schutz der Schwachen, sondern – im Gegenteil – zur Segnung der Wölfe.

Es ist der bittere Beweis dafür, dass auch die Kirche als Institution fehlbar ist, wenn sie die Nähe zur Macht mehr liebt als die Treue zum Kreuz.

Die Verantwortung der Hirten

Statt als Hirten die Herde zu schützen, banden sich diese Männer an den Wagen eines Systems, das schon damals als gottfeindlich erkennbar war. Sie vergaßen:

  • dass Christus nicht die Sieger segnete, sondern die Schwachen,

  • dass das Kreuz nicht auf Seiten der Unterdrücker steht, sondern auf Golgatha zwischen den Gekreuzigten,

  • dass kein politisches Reich Anspruch auf den Segen des Himmels erheben kann, wenn es auf Hass und Blut gebaut ist.

Ein dunkles Kapitel – und seine Lehre

Als Templer sagen wir klar: Dieses Handeln war Verrat. Verrat am Evangelium, Verrat an den Juden, Verrat am eigenen Volk, das geistlich in die Irre geführt wurde.

Denn Worte von Kanzeln haben Macht. Und wer sie missbraucht, macht sich mitschuldig an dem, was folgt: an der Verfolgung, an den Lagerzügen, am Schweigen, das zum Mord ermutigt.

Die Stimme der Wahrheit

Doch es gab auch andere Stimmen – einzelne Priester, Ordensleute, Laien, die sich dem Druck widersetzten und für ihre Treue mit Gefängnis und Tod bezahlten. Sie sind die stillen Helden, die zeigen: Auch in der dunkelsten Nacht brennt das Licht der Wahrheit.

Fazit

Die Kirche von 1938, die den Anschluss begrüßte, hat gezeigt, dass auch geistliche Würden vor Irrtum nicht schützen. Kardinäle und Bischöfe können fallen, wenn sie Jesus vergessen und den Cäsar segnen.

⚔️ Für uns Templer bleibt die Lehre klar: Wir dürfen niemals der Macht die Treue schwören, sondern allein der Wahrheit. Wer Christus folgt, darf nicht mitlaufen, wenn die Menge „Heil“ schreit – sondern muss allein stehen, unter dem Zeichen des Kreuzes.

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