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Die Ordensgründung der Tempelritter

Der Ursprung eines heiligen Bundes

Im Jahr 1118 begab sich Hugo de Payens, vermutlich auf Veranlassung seines Lehnsherrn Hugo von Champagne, gemeinsam mit sieben anderen frommen Männern auf eine folgenreiche Reise ins Heilige Land. Ihr erklärtes Ziel war es, die Pilgerwege zwischen dem Hafen von Jaffa und der heiligen Stadt Jerusalem zu sichern. Die Gefahren, denen sich christliche Pilger auf ihrem Weg ausgesetzt sahen, waren zahlreich – Überfälle, Plünderungen und Entführungen gehörten zum Alltag. In dieser Bedrohungslage formierte sich eine kleine Bruderschaft, die mit Schwert und Glauben dem Schutz der Gläubigen dienen wollte.

Die ersten Gefährten

Neben Hugo de Payens gehörten zu dieser kleinen Schar edler Männer: Gottfried de St. Omer, André de Montbard, Payens de Montdidier, Archembald de St. Amand, Gottfried de Bissol sowie zwei Zisterziensermönche namens Gundemar und Konrak. Sie alle einte nicht nur ein tiefes Gottvertrauen, sondern auch der Entschluss, ihr Leben in den Dienst Christi zu stellen – durch Gehorsam, Keuschheit und Armut.

Ein Gelübde vor König und Kirche

In Jerusalem legten die acht Ritter ihr feierliches Gelübde vor König Balduin I. von Jerusalem und dem dortigen Patriarchen ab. Diese feierliche Selbstverpflichtung stellte den symbolischen und geistlichen Grundstein ihres Ordens dar. Als äußeres Zeichen ihrer Mission erhielten sie vom König einen Teil des königlichen Palastes zur Unterkunft – jenen Bereich, der auf den Ruinen des einstigen Salomonischen Tempels errichtet worden war.

Der Name der Tempelritter

Dieser geschichtsträchtige Aufenthaltsort sollte für die Zukunft namensgebend werden. Von nun an wurden die Ritter als „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem“ bezeichnet – in der Kurzform „Tempelritter“ oder „Templer“. Die Verbindung zum biblischen Tempel war nicht nur geographischer, sondern auch symbolischer Natur: Die Ritter verstanden sich als geistliche Kämpfer im Dienste des göttlichen Hauses.

Datierung der Gründung

Die genaue Jahreszahl der Ordensgründung wird in den Quellen unterschiedlich angegeben. Während einige die Jahre 1118 oder 1119 nennen, sprechen quellenkritische Forschungen des Historikers Hiestand aus dem Jahr 1989 dafür, dass 1120 als das tatsächlich zutreffende Gründungsjahr anzusehen ist. Dies stützt sich auch auf das Konzil von Troyes, das gemäß den Quellen neun Jahre nach der Gründung, am 13. Januar 1129, stattfand. Angesichts des damaligen Jahresbeginns am 25. März, dem Fest Mariä Verkündigung, ist das Jahr 1120 historisch nachvollziehbar.

Äußeres Erscheinungsbild und kirchliche Anerkennung

Zu Beginn ihrer Gemeinschaft lebten die Brüder in großer Bescheidenheit. Sie trugen alte oder geschenkte Gewänder und verzichteten auf jeglichen Prunk. Erst Jahre später, beim Konzil von Troyes im Jahr 1129, verlieh ihnen Papst Honorius II. den weißen Mantel als offizielles Ordenskleid – ein Symbol für Reinheit und göttliche Berufung. Das rote Kreuz als Zeichen des Martyriums und des Opfers wurde ihnen erst 1147 durch Papst Eugen III. zugestanden.

Ein geistlicher Ritterorden entsteht

Die Gründung der Templer markierte einen tiefgreifenden Wandel in der Geschichte der Kirche und der Ritterschaft. Mit ihnen entstand ein völlig neuer Typus: der geistliche Ritter – zugleich Mönch und Krieger, der bereit war, für den Glauben zu leben und zu sterben. Ihre Mission, ihre Disziplin und ihre Organisation sollten die Geschichte Europas und des Heiligen Landes über Jahrhunderte hinweg prägen.

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