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Die Teufelsaustreiber gibt es auch heute noch

In einer Zeit, in der viele glauben, das Böse sei nur noch eine Metapher oder ein psychologisches Bild, erinnert die Kirche daran, dass der geistliche Kampf Realität bleibt. Ein aktuelles Zeichen dafür ist die Privataudienz, die Papst Leo XIV. am Freitag Vertretern der Internationalen Vereinigung der Exorzisten gewährte.

Der Papst empfing den Präsidenten der Vereinigung, den tschechischen Priester Karel Orlita, sowie dessen Stellvertreter Francesco Bamonte. Über den Inhalt des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt. Doch allein die Begegnung zeigt: Der Dienst der Exorzisten gehört weiterhin zum pastoralen Auftrag der Kirche.

Ein weltweiter Verband der Exorzisten

Die Internationale Vereinigung der Exorzisten (AIE) wurde 1994 gegründet und 2014 vom Vatikan offiziell anerkannt.

Der Zusammenschluss zählt nach eigenen Angaben etwa 900 aktive Exorzisten sowie rund 130 Hilfsexorzisten. Gegründet wurde die Organisation vom italienischen Priester Gabriele Amorth, der bis zu seinem Tod im Jahr 2016 als einer der bekanntesten Exorzisten der katholischen Kirche galt.

Seit 2023 steht der tschechische Priester Karel Orlita an der Spitze des Verbandes. Sein Stellvertreter Francesco Bamonte hatte das Amt zuvor bereits über zwei Amtszeiten hinweg ausgeübt und gehört weiterhin zu den erfahrensten Exorzisten der Kirche.

Für Beobachter des geistlichen Lebens ist klar: Dass der Papst Vertreter dieses Verbandes empfängt, unterstreicht die Bedeutung ihres Dienstes.

Der Exorzismus – Gebet gegen das Böse

Unter Exorzismus versteht man die rituelle Vertreibung böser Mächte oder Geister. Solche Praktiken existieren in vielen Kulturen.

Die katholische Kirche versteht den Exorzismus jedoch nicht als magisches Ritual, sondern als Gebet und Bitte an Gott, einen Menschen von der Macht des Bösen zu befreien.

Dabei ist Vorsicht geboten. Die Kirche verlangt von ihren Exorzisten eine sorgfältige Prüfung. Ein Priester darf das Ritual erst anwenden, wenn andere Ursachen – etwa psychische oder medizinische Erkrankungen – ausgeschlossen wurden. Daher arbeiten Exorzisten häufig mit Ärzten und Psychiatern zusammen.

Das Ritual des „Großen Exorzismus“

Der offizielle Ritus wurde 1999 vom Vatikan neu geordnet. Der sogenannte „Große Exorzismus“ besteht aus einem etwa einstündigen Gebet, das größtenteils in lateinischer Sprache gesprochen wird.

Das Ritual wird in der Regel von zwei Priestern durchgeführt. Es enthält Lesungen aus der Heiligen Schrift, Gebete, Segnungen sowie die Anrufung Jesu Christi.

Der Exorzist handelt dabei nicht aus eigener Macht. Nach katholischem Verständnis ist allein Gott derjenige, der vom Bösen befreit.

Ein Dienst im geistlichen Kampf

Für viele moderne Menschen klingt der Exorzismus wie ein Relikt vergangener Zeiten. Doch aus Sicht der Kirche gehört der Kampf gegen das Böse weiterhin zur geistlichen Realität.

Der Dienst der Exorzisten erinnert daran, dass das Christentum den Menschen nicht nur als biologisches oder psychologisches Wesen sieht, sondern auch als geistliche Person, die in einem unsichtbaren Kampf zwischen Gut und Böse steht.

Die Begegnung von Papst Leo XIV. mit den Vertretern der Exorzisten zeigt daher mehr als eine protokollarische Audienz. Sie erinnert daran, dass die Kirche auch heute noch Priester kennt, die – im Vertrauen auf Christus – dort beten, wo Menschen glauben, von dunklen Mächten bedrängt zu sein.

Oder, wie es ein alter geistlicher Satz formuliert:

Wo das Böse wirkt, dort darf die Kirche nicht schweigen.

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