✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

Existierte der Templerorden schon vor seiner Gründung?

Brüder und Schwestern, wenn wir die Ursprünge unseres Ordens betrachten, so erhebt sich eine Frage, die Historiker und Forscher seit Jahrhunderten bewegt: Wie konnte ein Bund von nur neun Rittern in so kurzer Zeit zu einer straff organisierten und mächtigen Gemeinschaft heranwachsen?

Die offizielle Geschichte berichtet, dass der Orden im Jahre 1119 durch Hugues de Payns und seine Gefährten gegründet und 1129 auf dem Konzil von Troyes bestätigt wurde. Doch wer die frühen Quellen sorgfältig liest, erkennt: Schon bevor die Kirche ihre Anerkennung gab, war der Orden im Abendland offenbar wohl vorbereitet.

Organisation nach einem Plan

Kaum anzunehmen, dass neun Männer, die aus dem Heiligen Land zurückkehrten, allein imstande waren, innerhalb weniger Jahre ein Netz von Provinzen, Komtureien und Besitzungen über ganz Europa zu errichten. Viel wahrscheinlicher ist: Der Orden folgte von Anfang an einem verdeckten Plan, der bereits im Verborgenen bestand.

Als Hugues de Payns um 1130 ins Heilige Land zurückkehrte, konnte er weder Zeit noch Mittel aufbringen, die neun abendländischen Provinzen selbst aufzubauen. Und doch sehen wir, dass in Frankreich, im Languedoc und anderswo bereits Strukturen vorhanden waren, die sich nicht allein aus den Kräften dieser wenigen Ritter erklären lassen.

Beweise aus frühen Schenkungen

Der stärkste Hinweis liegt in den Schenkungen, die dem Orden vor seiner offiziellen Anerkennung zuflossen. Bereits am 19. März 1128 schenkte Königin Teresa von Portugal den Templern das Schloss Soure am Mondego. Ein Jahr zuvor, 1127, übergab Foulques d’Anjou den Rittern Land in der Nähe von Azay-sur-Cher.

Dies waren nicht kleine Gaben zum Überleben, sondern strategische Besitzungen, die organisiert und verteidigt werden mussten. Das spricht klar dafür, dass der Orden schon damals über Strukturen verfügte – und dass diese Strukturen nicht aus dem Nichts entstanden, sondern lange vorbereitet waren.

Heimliche Anfänge in Europa

So entsteht das Bild eines Ordens, der vor seiner offiziellen Gründung im Geheimen existierte – getragen von Unterstützern, Denkern, Finanziers und vielleicht auch von geistigen Traditionen, die älter waren als das sichtbare Werk der neun ersten Ritter.

War es eine geheime Bruderschaft, die im Hintergrund bereits wirkte? Waren es adelige und kirchliche Kreise, die den Aufbau planten und finanzierten? Oder war es gar ein geistiger Auftrag, der schon lange vor der offiziellen Bestätigung seinen Lauf nahm?

Fazit

Ob wir von einer verborgenen Vorgeschichte sprechen oder von einem rasch entfalteten Wunderwerk – sicher ist: Der Templerorden wuchs nicht aus dem Nichts. Schon vor seiner Anerkennung durch die Kirche war er in Europa gedanklich, finanziell und organisatorisch vorbereitet.

Das erklärt den erstaunlichen Aufstieg: Aus wenigen Rittern, die Pilgerwege sicherten, wurde binnen weniger Jahre ein Orden mit Besitzungen in vielen Ländern – ein Bund, der sich selbst als Werk Gottes verstand.

Wir Templer sehen darin ein Zeichen: Der Orden war nicht bloß eine Gründung von Menschenhand, sondern Teil eines größeren Plans, der schon im Verborgenen reifte, ehe er ans Licht trat.

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