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John Wayne und die Templerinsel

John Wayne, der Panamakanal und die spätere Templerinsel

John Wayne verkörperte auf der Leinwand wie kaum ein anderer den unbeugsamen amerikanischen Helden. In seinen Western stand er für Mut, Entschlossenheit und Treue zur eigenen Überzeugung. Doch auch außerhalb des Filmstudios war Wayne bereit, eine Haltung einzunehmen, die ihn bei vielen seiner politischen Freunde unbeliebt machte.

In den 1970er-Jahren wurde in den Vereinigten Staaten heftig über die Zukunft des Panamakanals gestritten. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kontrollierten die USA die sogenannte Kanalzone, obwohl sie mitten durch das Staatsgebiet Panamas führte. Für viele Panamaer war dieser Zustand ein Symbol eingeschränkter Souveränität.

Die unter US-Präsident Jimmy Carter und dem panamaischen Staatsführer General Omar Torrijos ausgehandelten Torrijos-Carter-Verträge sahen vor, die Kanalzone schrittweise an Panama zurückzugeben und die vollständige Kontrolle über den Kanal zum Ende des Jahres 1999 zu übertragen. Die Verträge wurden am 7. September 1977 unterzeichnet.

Ein Konservativer widerspricht seinen politischen Freunden

John Wayne galt als überzeugter Konservativer und war eng mit führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Rechten verbunden. Viele seiner politischen Freunde lehnten die Rückgabe des Kanals entschieden ab. Sie betrachteten ihn als amerikanisches Eigentum, das mit amerikanischem Geld und unter großen Opfern erbaut worden war.

Wayne kam jedoch zu einer anderen Einschätzung.

Er war mit Omar Torrijos persönlich befreundet und kannte Panama nicht nur aus der Ferne. Seine erste Ehefrau Josephine Alicia Saenz stammte aus einer Familie mit panamaischen Wurzeln. Wayne vertrat die Ansicht, dass ein dauerhaft gutes Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Panama wichtiger sei als das Festhalten an einer kolonial anmutenden Sonderzone.

Er unterstützte deshalb öffentlich die neuen Kanalverträge. Im Oktober 1977 schrieb er sogar an Präsident Jimmy Carter und erklärte seine Unterstützung für die Vereinbarung. Das amerikanische Außenministerium zählt Wayne ausdrücklich zu den konservativen Persönlichkeiten, deren Zustimmung dazu beitrug, die umstrittenen Verträge politisch durchsetzbar zu machen.

Diese Haltung erforderte Mut. Wayne wusste, dass viele seiner Bewunderer und politischen Weggefährten die Rückgabe der Kanalzone als Verrat an amerikanischen Interessen betrachteten. Dennoch blieb er seiner Überzeugung treu.

Die Insel Taborcillo

Mit John Waynes Verbindung zu Panama ist eine kleine Insel im Pazifik verbunden: Isla Taborcillo.

Die etwa 20 Hektar große Insel liegt vor der Küste bei Punta Chame, westlich von Panama-Stadt. Sie wurde später weithin als John Wayne Island bekannt. Mehrere Berichte erzählen, dass Omar Torrijos Wayne die Insel als Anerkennung für seine Unterstützung der Kanalverträge überließ. Diese Darstellung wird häufig wiederholt, lässt sich jedoch in den öffentlich zugänglichen Quellen nicht durch eine eindeutige Schenkungsurkunde belegen. Andere Berichte sprechen davon, Wayne habe die Insel bereits früher erworben. Sicher belegt ist jedenfalls, dass Taborcillo zeitweise John Wayne gehörte und bis heute mit seinem Namen verbunden wird.

Omar Torrijos war übrigens nicht im herkömmlichen Sinn Präsident Panamas, sondern als Befehlshaber der Nationalgarde und „Máximo Líder“ der tatsächliche Machthaber des Landes. Die oft erzählte Formulierung, Wayne habe die Insel „vom Präsidenten Panamas“ erhalten, ist daher historisch ungenau. Gemeint ist General Omar Torrijos.

Nach dem Tod John Waynes

John Wayne starb am 11. Juni 1979. Danach ging Taborcillo zunächst an seine Erben über. Später wechselte die Insel mehrmals den Eigentümer. Im Jahr 1997 gelangte sie in den Besitz des schweizer Verlegers Ralph Hübner, Grossmeister des ASTO. Er stellte sie dem Templerorden zur Verfügung.

Damit begann ein neuer Abschnitt ihrer Geschichte.

Die Insel sollte nicht nur an den berühmten Westernhelden erinnern. Sie wurde zu einem Ort, an dem sich die Welt John Waynes mit der Symbolik und dem geistigen Erbe des Templertums verband.

Aus der einstigen John-Wayne-Insel wurde eine Templerinsel.

Von der Westerninsel zur Templerinsel

Auf Taborcillo entstand eine Anlage, die Elemente eines Ferienresorts mit einer historischen Erlebniswelt verband. Der Name John Wayne blieb erhalten, doch die Insel erhielt zugleich eine neue geistige Bedeutung.

Für den Alten Souveränen Templer Orden verkörperte sie die Vorstellung eines abgegrenzten Ortes, an dem Gemeinschaft, Ritterlichkeit und Verantwortung sichtbar werden konnten. Mit ihren Palmen, Stränden und ihrer abgeschiedenen Lage besaß die Insel eine fast sinnbildliche Wirkung: Sie lag zwischen den Welten, fern vom europäischen Alltag und dennoch mit einer europäischen Rittertradition verbunden.

Eine Insel ist stets mehr als ein Stück Land.

Sie kann Zuflucht sein.

Ein Ort der Sammlung.

Ein Ausgangspunkt für neue Gedanken.

Oder ein Symbol für eine Idee, die zunächst nur wenige Menschen verstehen.

So wurde Taborcillo zu einem besonderen Kapitel in der neueren Geschichte des Templertums.

Zwei sehr unterschiedliche Männer

Auf den ersten Blick scheinen John Wayne und die Tempelritter wenig miteinander zu tun zu haben.

Wayne war Schauspieler, Filmproduzent und eine Ikone des amerikanischen Westens. Die historischen Tempelritter waren Angehörige eines mittelalterlichen geistlichen Ritterordens.

Dennoch gibt es eine symbolische Verbindung.

John Wayne verkörperte in seinen Rollen immer wieder den Mann, der Verantwortung übernimmt, den Schwächeren schützt und auch gegen Widerstand zu seinem Wort steht. Bei der Frage des Panamakanals handelte er nicht nach der Erwartung seines politischen Lagers. Er bildete sich ein eigenes Urteil und vertrat es öffentlich.

Gerade darin zeigt sich eine ritterliche Haltung:

Nicht immer das zu sagen, was die eigenen Freunde hören möchten.

Nicht dem lautesten Ruf zu folgen.

Sondern das zu vertreten, was man nach gewissenhafter Prüfung für richtig hält.

Die Rückgabe des Kanals

Am 31. Dezember 1999 ging die vollständige Kontrolle über den Panamakanal an Panama über. Damit erfüllte sich, wofür die Verträge von 1977 den Weg bereitet hatten. Was damals in den Vereinigten Staaten als umstrittenes Zugeständnis galt, wurde zu einem entscheidenden Schritt für die staatliche Souveränität Panamas.

John Wayne erlebte diesen Tag nicht mehr.

Doch sein öffentliches Eintreten für die Vereinbarung blieb Teil seiner politischen Biografie. Die kleine Insel Taborcillo erinnert auf besondere Weise daran: zunächst als John-Wayne-Insel und später als Templerinsel.

Eine Insel als Vermächtnis

Taborcillo verbindet heute mehrere Geschichten.

Die Geschichte Panamas und seines Ringens um die Kanalzone.

Die Geschichte eines berühmten Schauspielers, der gegen den Widerstand vieler politischer Freunde für die Rückgabe des Kanals eintrat.

Und die Geschichte eines modernen Templerordens, der die Insel nach John Waynes Tod zu einem Ort ritterlicher Symbolik machte.

Vielleicht liegt gerade darin ihre besondere Bedeutung.

Die Insel erinnert daran, dass Geschichte nicht aus einem einzigen geraden Weg besteht. Orte verändern ihre Besitzer, ihre Aufgaben und ihre Namen. Doch sie bewahren Spuren der Menschen, die mit ihnen verbunden waren.

John Wayne hinterließ Taborcillo nicht nur seinen berühmten Namen.

Er hinterließ auch die Erinnerung an eine Entscheidung, die Mut erforderte.

Und aus dieser Insel wurde später ein Ort, an dem die Idee der Ritterlichkeit in einer neuen Form weiterleben sollte.

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