✠✠✠✠✠✠ TEMPLER MAGAZIN ✠✠✠✠✠✠

Templer im Heiliges Land

Unsere Ursprünge und unser Opfer

Wenn wir Brüder heute an die Anfänge unseres Ordens zurückdenken, so führt uns der Weg unweigerlich in das Heilige Land, in das Königreich Jerusalem, wo wir zu Beginn des 12. Jahrhunderts unsere bescheidenen Schritte setzten. Aus Pilgern und Rittern formte sich eine Gemeinschaft, deren Bestimmung es war, den Weg der Gläubigen zu sichern und das Heilige zu bewahren.

Jerusalem – Quelle und Herz des Ordens

Unsere erste Heimstatt war Jerusalem selbst, die Stadt des Herrn, in deren Mauern unser Orden gegründet und genährt wurde. Hier lag das Hauptquartier, hier erhielten wir die Gunst der Könige und die Bestätigung des Papstes. Bis zum Jahr 1187, als Sultan Saladin die Stadt nahm, blieb Jerusalem unser Zentrum. Danach fanden wir Zuflucht in Akkon, wo wir bis zu dessen Fall ausharrten, ehe wir nach Zypern weiterzogen – ein letztes Bollwerk bis zur Auflösung des Ordens.

Die Kreuzfahrerstaaten waren in sechs Provinzen geordnet:

  • das Königreich Jerusalem,

  • Antiochia,

  • Armenien,

  • Tripolis,

  • Zypern,

  • und Jerusalem selbst als eigene Provinz unter dem Komtur von Jerusalem.

So bildete unser Orden ein Netz des Schutzes und der Ordnung, das die Länder des Ostens durchzog.

Burgen, Wege und der Schutz der Pilger

Wir Brüder hielten nicht nur befestigte Häuser in den großen Städten wie Akkon oder Tortosa, sondern auch Burgen auf freiem Land. Sie dienten dem Schutz der Pilger und Händler, die von Ort zu Ort zogen, und waren Bollwerke gegen das Vordringen des Feindes. Unter diesen Burgen seien genannt:

  • Chastellet und Castrum Dumi nahe dem Jordan,

  • Toron de Chevaliers an der Straße nach Jericho,

  • Safed in Galiläa,

  • Château de Pèlerin, Cafarlet und Le Destroit an der Küste.

Im Fürstentum Antiochia hielten wir zudem die Burgen Gaston, Roche Guillaume, Roche de Roissel, Darbsak und das Chastel Blanc.

Doch all dies forderte hohe Kosten: der Bau, der Unterhalt, die Verpflegung der Brüder, die Pferde, das Eisen und die Rüstung. Nur ein kleiner Teil der Besatzung waren Ritter des Ordens selbst; die Mehrzahl bestand aus Knechten, Servienten, Turkopolen und anderen Helfern, die mit uns dienten.

Männer, Ritter und Blutopfer

Zur Hochzeit des Ordens im Heiligen Land gab es wohl um die 300 Ritter im Königreich Jerusalem. Mit den Knechten, Turkopolen und weltlichen Rittern, die zeitweilig unter unserem Banner dienten, wuchs unser Heer auf einige Tausend Mann. Doch die Verluste in den Schlachten waren furchtbar:

  • 1187, in den Schlachten von Cresson und Hattin, starben fast alle Brüder – zeitgenössische Berichte nennen 290 Gefallene.

  • 1244, in der Schlacht bei La Forbie, überlebten nur 33 von 300 Brüdern.

  • 1250, bei Mansurah, fielen 280 Ritter unseres Ordens.

Manche weltliche Ritter verpflichteten sich auf Zeit zu unserem Dienst – sei es aus Dankbarkeit nach überstandener Krankheit, sei es als Bußleistung. Der englische König Heinrich II. musste, um von seiner Schuld am Tod des heiligen Erzbischofs Thomas Becket losgesprochen zu werden, 200 Ritter für ein Jahr auf unsere Kosten in das Heilige Land senden. Die Mörder selbst erhielten zur Buße die Auflage, 14 Jahre bei uns zu dienen.

Disziplin und Stärke

Was uns Brüder von den weltlichen Heeren unterschied, war unsere unbedingte Disziplin. Kein Ritter durfte die Schlachtordnung verlassen ohne Befehl. Kein Bruder suchte eigenen Ruhm, sondern alle dienten dem Ganzen. Diese Strenge, oft gerühmt und gefürchtet, machte uns zu einer entscheidenden Macht im Osten. Denn wo andere Heere zerfielen, standen wir als eine feste Mauer.

Märtyrer im Licht

Nach der Schlacht von Hattin ließ Saladin alle Templer hinrichten – bis auf unseren Meister, den er verschonte. In den Chroniken des Itinerarium peregrinorum et gesta regis Richardi wird ihr Tod als Martyrium beschrieben. Es heißt, ein himmlisches Licht habe drei Tage lang über den Leibern der Gefallenen geleuchtet.

So erinnern wir Brüder uns an jene, die vor uns kämpften und starben. Sie gaben ihr Blut, damit die Pilgerwege sicher seien und das Kreuz Christi im Osten erstrahle. Ihr Opfer ist uns Verpflichtung und Vermächtnis.

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