Templerbesitzungen
Ein weit verzweigtes Erbe aus Burgen, Kapellen und Häusern
Wenn wir heute auf die Geschichte unseres Ordens zurückblicken, so wird uns die Größe und Bedeutung deutlich, die die Templer im Mittelalter erlangten. Schon um das Jahr 1240 berichten alte Aufzeichnungen, dass der Orden zwischen 7000 und 9000 Besitzungen unterhielt: Kapellen, Kirchen, Burgen, Festungen, Klöster, Häuser, Wirtschaftshöfe und landwirtschaftliche Güter.
Dieses Geflecht von Besitz war nicht bloß äußerer Reichtum, sondern Ausdruck einer tiefen Verbindung des Ordens mit den Menschen, die uns vertrauten, uns Güter schenkten oder ihren Schutz in unsere Hände legten.
Neid und Missgunst
Es verwundert nicht, dass dieser Reichtum den Neid mancher geistlicher Fürsten und weltlicher Herren weckte. Während viele Mächtige ihre Schätze horteten, dienten die Güter der Templer einem höheren Zweck: der Unterstützung der Brüder im Heiligen Land, der Sicherung von Pilgerwegen und dem Erhalt einer geistigen und militärischen Ordnung.
Doch wo Besitz ist, da wächst auch das Misstrauen. Und so war der äußere Reichtum zugleich ein Grund, warum der Orden im Laufe der Zeit Anfeindung und Verfolgung erleiden musste.
Kastilien und die Reconquista
Besonders reich war der Orden in Kastilien bedacht, wo die Reconquista – die Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren – seit Jahrhunderten vorangetrieben wurde. Dort erhielten die Templer durch Schenkungen zahlreiche Burgen und Festungen, die sie nicht nur bewahrten, sondern auch zu Bollwerken des Glaubens ausbauten.
Entlang der großen Pilgerstraße nach Santiago de Compostela besaß der Orden viele Häuser und Hospize. Diese dienten nicht nur der Unterkunft, sondern sorgten auch für das leibliche Wohl der Pilger, die die beschwerliche Reise auf sich nahmen, um am Grab des heiligen Jakobus zu beten.
Gutes Tun im Verborgenen
Oft wird gesagt, dass andere Orden, wie die Johanniter, mehr im Dienst an den Armen und Kranken wirkten. Das ist wahr, denn der Templerorden war in erster Linie zum Schutz der Pilger und zum Kampf gegen die Sarazenen gegründet worden.
Und doch darf nicht vergessen werden, dass auch in den Häusern der Templer viel Gutes getan wurde. Pilger fanden Rast, Bedürftige Hilfe, und Reisende Schutz. Hinter den Mauern des Ordens lebte eine Gemeinschaft, die Gebet, Dienst und Tapferkeit verband.
Fazit
Der Besitz der Templer war groß – doch er war kein Selbstzweck. Alles, was der Orden erhielt, wurde in den Dienst gestellt: für den Schutz des Glaubens, die Unterstützung der Pilger und die Erhaltung einer geistigen Ordnung in einer unruhigen Zeit.
Die Welt aber sah nur die äußere Macht und den Reichtum – und übersah oft den inneren Dienst, den die Brüder im stillen leisteten.
