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Wann erfuhr der #Vatikan von #Auschwitz?

Während Papst Pius XII. durch Pater Pirro Scavizzi, einen Feldkaplan der Malteser, schon Ende November 1941 von den schrecklichen Massakern der Nazis an den ukrainischen Juden erfuhr, war er erst relativ spät über die deutschen Vernichtungslager in Polen informiert.

Dabei hatte Gerhard Riegner vom Jüdischen Weltkongress in seinem Telegramm vom 8. August 1942 sowohl an das US-State Department wie auch an den Vatikan bereits vor einem „Plan, den man im Führerhauptquartier diskutiert“ gewarnt. Danach hätten die Nazis vor, Millionen von Juden mithilfe von Blausäure zu ermorden. Doch darauf hatte man in Rom eher skeptisch reagiert; in Washington hielt man das für ein „wildes, von jüdischen Ängsten inspiriertes Gerücht.“

Allerdings wusste man, dass die Juden, die seit Anfang 1942 massenhaft in die von den Nazis besetzten Gebiete deportiert wurden, dort in Ghettos eingepfercht oder in Arbeitslagern kaserniert würden. Ebenso bekannt war, dass allein der Transport in Viehwaggons, tagelang ohne jede Hygiene, ohne ausreichende Verpflegung, ja ohne Wasser trotz oft brütender Hitze, für Alte und Schwache bereits das Todesurteil bedeutete. Das war, ebenso wie die Massaker durch Massenerschießung, jene traurige Gewissheit, die Pius XII. anspornte, gleich dreimal – am 30. August 1941, am 24. Dezember 1942 und am 2. Juni 1943 – öffentlich die Verbrechen der Nazis an den Juden anzuprangern und zugleich durch 40 diplomatische Interventionen weitere Deportationen aus Hitlers Vasallenstaaten zu stoppen oder zumindest zu verzögern. Doch Kunde davon, dass die schrecklichen Konzentrationslager von Auschwitz, Majdanek, Treblinka und Sobibor letztendlich Todesfabriken waren, erreichte erst spät und dann zunächst in Form von Gerüchten den Heiligen Stuhl. Das geht aus den Dokumenten der vatikanischen Archive hervor, die zwischen 1965 und 1981 auf Betreiben von Papst Paul VI. von einer vierköpfigen Historikerkommission unter Leitung von Prof. Dr. Pierre Blet, SJ, in einer elfbändigen wissenschaftlichen Edition („Actes et Documents du Sainte-Siège relatifs à la Seconde Guerre mondiale“) veröffentlicht wurden

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