⚔️ Gedanken am 15. November
Die selbstbefasste Entstellung der Liebe
Das kleine Ich im Mittelpunkt
Der Prophet Mohammed sprach von der „selbstbefassten Entstellung der Liebe“ – einer Haltung, die wir alle nur zu gut kennen. Es ist die Tendenz unseres kleinen Ichs, sich selbst in den Mittelpunkt des Universums zu stellen.
Statt das Leben als Teil des großen Ganzen zu betrachten, drehen sich unsere Gedanken und Gefühle häufig um die Begriffe „ich“ und „mein“. Schon der Gedanke „Ich bin verletzt worden“ oder „Mir ist Unrecht geschehen“ lässt Ärger und Selbstrechtfertigung aufsteigen – und verschließt das Herz vor Verständnis für den anderen.
Vom Ego zum All
Doch der Templer ist berufen, tiefer zu sehen.
Er weiß um die Wechselbeziehungen aller Dinge. Kein Ereignis steht allein, keine Begegnung geschieht im luftleeren Raum. Alles ist eingebunden in den kosmischen Tanz der Abhängigkeiten und Wirkungen, in dem jedes Wesen zugleich gebend und empfangend ist.
Wenn wir uns nicht länger als die Sonne betrachten, um die das All kreist, sondern als einen von zahllosen Sternen am Himmelszelt, dann verwandelt sich unser Blick. Aus Selbstbezogenheit erwächst Frieden des Herzens, und die Liebe Gottes kann wieder frei fließen.
Die Haltung des Templers
Der Templer erkennt, dass wahre Stärke nicht darin liegt, auf seinem „Ich“ zu beharren, sondern darin, sich in den Strom göttlicher Liebe hineinzustellen. Je weniger wir uns um uns selbst drehen, desto mehr Platz hat das Höhere Selbst, dessen Natur Liebe und Einheit ist.
So wird aus selbstbefasster Entstellung ein offenes Herz, das andere sieht, hört und versteht.
Tägliche Templerarbeit
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Sprich am Morgen:
„Göttlicher Geliebter, möge eine umfassendere Anschauung des Alls in meinem Geist Wurzeln schlagen. Möge Deine Liebe alle selbstsüchtigen Gewohnheiten hinwegwaschen, damit die grenzenlose Liebe meines Höheren Selbst ungehindert leuchten kann.“ -
Achte heute bewusst auf deinen Sprachgebrauch: Wann sagst du „ich“, „mir“, „mich“ oder „mein“?
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Beobachte, ob Selbstbezogenheit dich in Gereiztheit oder Selbstgerechtigkeit zieht.
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Wenn du es bemerkst, halte inne, atme tief – und stelle dir den Nachthimmel voller Sterne vor. Erinnere dich: Du bist ein Teil dieses unendlichen Tanzes, eingebunden in Gottes kosmische Ordnung.
Fazit
Die selbstbefasste Entstellung der Liebe ist nichts anderes als der Schleier des Ego. Der Templer aber lernt, diesen Schleier zu durchdringen und das eigene Leben in das größere Ganze einzufügen.
Denn nur wer sein Herz vom Ich befreit, wird fähig, das Licht der grenzenlosen göttlichen Liebe ungehindert in die Welt auszustrahlen.
