✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Gedanken am 18. November

Die Einheit hinter den vielen Gesichtern

Die Metapher der Vielheit

In der psychiatrischen Literatur findet sich eine bemerkenswerte Metapher, die uns Templern eine tiefe Wahrheit offenbaren kann: die Multiple Persönlichkeitsstörung.
Ein Mensch, der daran leidet, trägt verschiedene Persönlichkeiten in sich – die meisten wissen nichts voneinander, noch von den Folgen ihres Handelns auf die anderen.

Doch es gibt in solchen Fällen oft eine Gestalt, die man den „inneren Selbsthelfer“ nennt. Dieser ist sich des Ganzen bewusst, ungeboren und unsterblich, und tritt als Kanal von Weisheit und Liebe auf.

Eine geistige Parallele

Ist es nicht möglich, dass auch wir Menschen in ähnlicher Weise wirken?
Vielleicht sind wir alle alternierende Persönlichkeiten des Göttlichen – viele Gesichter desselben Einen. Wir erleben uns getrennt, handeln oft ohne Bewusstsein für das Ganze, und doch gibt es eine tiefere Ebene, in der alles verbunden ist.

Das, was in uns das Höhere Selbst genannt wird, gleicht jenem inneren Helfer: Es weiß um die Einheit, es trägt das Licht, und es führt uns zurück in die Ganzheit.

Die Templerhaltung: Von der Zweiung zur Eins-Werdung

Der Templer erkennt: Solange wir uns im Glauben an Trennung und Gegensätze bewegen, bleiben wir zersplittert – innerlich und äußerlich.
Doch die geistige Arbeit, die wir Entsühnung nennen, bedeutet nichts anderes als die „Ent-Zweiung“ – das Überwinden der Spaltung.

Vergebung ist dabei der Schlüssel: Sie löst die Grenzen zwischen den vermeintlich getrennten „Ichs“ auf – in uns und in anderen – und führt zurück zur Einheit in Gott.

Tägliche Templerarbeit

  • Verweile einige Minuten in der Stille des Gebets oder der Shamatha-Vipassana-Meditation.

  • Begegne heute jedem Menschen mit der inneren Frage:
    „Ist er nicht, wie ich, eine andere Persönlichkeit Gottes?“

  • Wenn du dies bewusst übst, wirst du spüren, wie sich die Kluft der Trennung schließt.

  • Erinnere dich: Sobald wir die Einheit sehen, tritt Heilung ein – im Einzelnen wie in der Menschheit.

Fazit

Wir alle tragen viele Rollen und Masken, doch hinter ihnen ist nur eine Seele, ein göttlicher Ursprung. Die Aufgabe des Templers besteht darin, diese Wahrheit zu leben und zu bezeugen: dass wir nicht viele Getrennte, sondern viele Erscheinungen des Einen sind.

Die Vergebung macht den Weg frei – zur Einheit mit Gott, mit uns selbst und mit allen Brüdern und Schwestern.

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