✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

⚔️ Gedanken am 19. November

Die Grade der Vergebung – vom Leichten zum Unmöglichen

Die menschliche Sichtweise

Nach unserer gewöhnlichen Anschauung gibt es verschiedene „Schwierigkeitsgrade“ des Vergebens.
Dem jungen Fahrer, der uns an der Kreuzung die Vorfahrt nimmt, verzeihen wir vielleicht leicht und schnell.
Doch wenn es um tiefe Verletzungen geht – wie Missbrauch in der Kindheit oder gar um Gestalten wie Hitler –, scheint die Vergebung unmöglich.

Wir meinen, es gebe Handlungen, die verzeihlich sind, und andere, die jenseits aller Vergebung liegen.

Das Wunder der veränderten Sichtweise

Doch die geistige Tradition lehrt uns etwas anderes. Ein Kurs in Wundern erinnert uns: Ein Wunder ist nichts anderes als eine Veränderung unserer Wahrnehmung.
Und sobald diese Veränderung geschieht, sind alle Wunder gleichermaßen möglich – denn Vergebung hängt nicht von der Schwere der Tat ab, sondern von der Tiefe unserer Sichtweise.

Vergebung bedeutet, das trennende Denken von „wir – und die anderen“ aufzugeben und eine umfassende „wir“-Sichtweise einzunehmen.
Wenn wir selbst die dunkelsten Gestalten der Geschichte als entfremdete Anteile des göttlichen Ganzen betrachten, dann öffnet sich in uns die Möglichkeit, das Wunder der Vergebung zuzulassen.

Der Templerweg der Vergebung

Das heißt nicht, dass wir Unrecht kleinreden oder die Schuld verleugnen. Aber wir erkennen, dass jede Seele – so verstrickt sie auch sein mag – letztlich Teil des göttlichen Leibes ist.
Und wir wissen, dass Reue und Wandlung zu den tiefsten Kräften gehören, die Gott der Seele gegeben hat.

Für den Templer bedeutet das: Vergebung ist ein Akt des Mutes, ein Schritt in Richtung auf die Einheit, die Christus uns vorlebte. Wir werden nicht Richter über das Herz des Anderen, sondern Diener der Heilung des Ganzen.

Tägliche Templerarbeit

  • Sprich im Gebet:
    „Gedankt sei Dir, Göttlicher Geliebter, für die allmähliche Erweckung, die das Wunder der Entsühnung in meinem Herzen geschehen lässt. Hilf mir, die Möglichkeit anzunehmen, dass es keine unverzeihliche Handlung gibt. Hilf mir, den Richterstuhl loszulassen, da ich nicht wissen kann, ob der Angeklagte nicht längst bereut hat.“

  • Verweile einige Minuten in der Sammlung oder in der Shamatha-Vipassana-Meditation.

  • Wenn dein Herz unruhig ist, richte deine Aufmerksamkeit auf das Westliche Tor deines Körpertempels und bitte den Erzengel Raphael um Heilung.

  • Erlaube dem Gedanken Raum: „Vergebung ist immer möglich – denn Gott hat den Schlüssel der Liebe in jedes Herz gelegt.“

Fazit

Für den Menschen gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade der Vergebung. Für Gott aber gibt es nur eines: die Liebe, die alles heilt.
Der Templer ist berufen, dieses göttliche Licht in sein Herz einziehen zu lassen – und so ein Werkzeug jener Vergebung zu werden, die das Leben und die Welt verwandelt.

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