Ein Templer über die stärkste Droge der Welt – die in uns selbst entsteht
Wenn man in der heutigen Welt von „Drogen“ spricht, denken die meisten Menschen sofort an gefährliche Substanzen: Alkohol, Tabletten, Kokain oder andere Rauschmittel. Viele greifen zu solchen Mitteln, um Stress zu lindern, Sorgen zu vergessen oder einen Moment des Glücks zu erleben.
Doch was die wenigsten wissen: Der Mensch trägt die wirkungsvollste Droge bereits in sich selbst.
Sie kostet nichts.
Sie ist völlig legal.
Sie zerstört weder Körper noch Geist.
Und sie kann jederzeit aktiviert werden.
Als Templer beschäftigt man sich nicht nur mit Geschichte, sondern auch mit der Frage, wie ein Mensch körperlich, geistig und seelisch im Gleichgewicht leben kann. Gerade in diesem Zusammenhang ist die Erkenntnis der modernen Wissenschaft über die sogenannten Endorphine von besonderer Bedeutung.
Der Mensch als eigener Glücksproduzent
Der menschliche Körper ist ein erstaunliches System. Er produziert eine Vielzahl von Botenstoffen, die unsere Stimmung, unser Denken und unser Wohlbefinden beeinflussen.
Zu diesen Stoffen gehören die Endorphine.
Der Name stammt aus dem Englischen und setzt sich aus zwei Worten zusammen:
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endogen – also „im Körper selbst entstanden“
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Morphin – ein starkes Schmerzmittel aus dem Opium
Endorphine sind also gewissermaßen körpereigene Morphine.
Sie wirken auf das Nervensystem ähnlich wie Opiate, jedoch ohne deren zerstörerische Nebenwirkungen. Sie können Schmerzen lindern, Stress reduzieren und ein Gefühl von Wohlbefinden erzeugen.
Man nennt sie deshalb auch die „Glückshormone“ des Körpers.
Wie die Wissenschaft die Endorphine entdeckte
Die Geschichte der Entdeckung der Endorphine ist eng mit der Erforschung von Opiaten verbunden.
Schon seit über 6000 Jahren kennt der Mensch Opium, das aus dem Saft des Schlafmohns gewonnen wird. Es wurde in vielen Kulturen als Schmerzmittel eingesetzt.
Der wichtigste Wirkstoff im Opium ist Morphin.
In den 1960er und 1970er Jahren begannen Wissenschaftler zu untersuchen, warum der menschliche Körper überhaupt auf solche Stoffe reagiert.
1973 entdeckten Forscher im Nervensystem sogenannte Opiatrezeptoren – spezielle Andockstellen, an denen Opiate ihre Wirkung entfalten können.
Doch damit stellte sich eine faszinierende Frage:
Wenn es solche Rezeptoren im menschlichen Körper gibt – müsste es dann nicht auch körpereigene Stoffe geben, die genau für diese Rezeptoren gedacht sind?
1975 gelang den schottischen Wissenschaftlern John Hughes und Hans Kosterlitz der entscheidende Durchbruch. Sie entdeckten tatsächlich Substanzen im menschlichen Körper, die chemisch den Opiaten ähneln.
Diese Stoffe nannten sie Endorphine.
Warum der Körper Endorphine produziert
Endorphine erfüllen eine wichtige Aufgabe im menschlichen Körper.
Sie werden vor allem in Situationen produziert, in denen der Mensch besonders belastet ist.
Zum Beispiel:
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bei starker körperlicher Anstrengung
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bei Stress
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bei Schmerz
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bei Gefahr
In solchen Momenten hilft die Endorphin-Ausschüttung dem Körper, mit der Situation umzugehen.
Viele Unfallärzte berichten beispielsweise von Patienten mit schweren Verletzungen, die zunächst erstaunlich ruhig bleiben und kaum Schmerzen verspüren. Erst später setzt das Schmerzempfinden ein.
Der Grund dafür ist oft eine plötzliche Endorphin-Ausschüttung.
Auch bei der Geburt eines Kindes spielen Endorphine eine wichtige Rolle. Ohne sie wären die Schmerzen für viele Frauen kaum zu ertragen.
Wie Glücksgefühle entstehen
Endorphine wirken nicht nur schmerzlindernd. Sie beeinflussen auch das sogenannte limbische System im Gehirn.
Dieses System ist für unsere Gefühle, Stimmungen und Emotionen verantwortlich.
Wenn Endorphine freigesetzt werden, können sie:
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Angst reduzieren
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Stress abbauen
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Gelassenheit fördern
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eine glückliche Stimmung erzeugen
In starken Fällen kann sogar ein Zustand entstehen, den viele Menschen als rauschähnliche Euphorie beschreiben.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist das sogenannte „Runner’s High“.
Das berühmte „Runner’s High“
Langstreckenläufer kennen dieses Phänomen seit Jahrzehnten.
Nach längerer körperlicher Belastung – etwa beim Joggen – tritt plötzlich ein Gefühl von Leichtigkeit und Glück ein.
Statt Müdigkeit empfinden viele Menschen:
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Energie
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Gelassenheit
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gute Laune
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mentale Klarheit
Der Grund dafür ist eine erhöhte Produktion von Endorphinen.
Ausdauertraining ist daher eine der effektivsten Methoden, um die körpereigenen Glückshormone zu aktivieren.
Bewegung als natürliche Glücksquelle
Besonders wirksam sind:
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Joggen
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Radfahren
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Schwimmen
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Walken
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Tanzen
Wichtig ist dabei vor allem Regelmäßigkeit.
Schon etwa 30 Minuten Bewegung mehrmals pro Woche können die Endorphin-Produktion deutlich steigern.
Nebenbei verbessert sich auch:
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die körperliche Fitness
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das Immunsystem
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die mentale Stabilität
Glück durch Ruhe und Meditation
Doch nicht jeder Mensch möchte Marathon laufen oder Bergsteigen.
Auch ruhigere Methoden können Endorphine freisetzen.
Dazu gehören zum Beispiel:
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Meditation
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Yoga
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Atemübungen
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autogenes Training
Diese Techniken beruhigen das Nervensystem und helfen dem Körper, Stress abzubauen.
Gerade in einer hektischen Welt kann diese Form der inneren Ruhe eine wertvolle Quelle für Wohlbefinden sein.
Die Kraft des Lachens
Eine besonders einfache Methode zur Aktivierung von Endorphinen ist etwas, das wir alle kennen: Lachen.
Forscher der Stanford University fanden heraus, dass 20 Sekunden intensives Lachen ähnliche körperliche Effekte haben können wie mehrere Minuten sportliche Aktivität.
Lachen baut Stresshormone ab, stärkt das Immunsystem und verbessert die Stimmung.
Kinder lachen übrigens bis zu 500 Mal am Tag, während Erwachsene im Durchschnitt nur etwa 15 Mal lachen.
Vielleicht liegt darin eine wichtige Erinnerung an eine verlorene Leichtigkeit.
Ernährung und Glück
Auch unsere Ernährung kann die Produktion bestimmter Botenstoffe beeinflussen.
Besonders günstig wirken:
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Obst und Gemüse
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Vollkornprodukte
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Nüsse und Samen
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Reis und Kartoffeln
Auch Paprika enthält Stoffe wie Capsaicin, die indirekt die Ausschüttung von Glückshormonen fördern können.
Schokolade kann ebenfalls kurzfristig Glücksgefühle auslösen – allerdings meist nur für kurze Zeit.
Eine Lehre für den modernen Menschen
Als Templer betrachtet man solche Erkenntnisse nicht nur aus medizinischer Perspektive.
Sie erinnern uns daran, dass der Mensch über erstaunliche innere Kräfte verfügt.
Viele Menschen suchen Glück in äußeren Dingen:
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Besitz
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Konsum
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Rauschmitteln
Doch die Natur hat dem Menschen bereits Werkzeuge gegeben, um Wohlbefinden zu erzeugen.
Bewegung.
Lachen.
Meditation.
Gemeinschaft.
All diese Dinge können helfen, die natürlichen Glücksmechanismen unseres Körpers zu aktivieren.
Fazit
Die stärkste „Glücksdroge“ der Welt befindet sich bereits in unserem Körper.
Endorphine können:
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Schmerzen lindern
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Stress reduzieren
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die Stimmung verbessern
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das Immunsystem stärken
Und das Beste daran:
Sie sind kostenlos, legal und jederzeit verfügbar.
Vielleicht besteht eine der wichtigsten Aufgaben eines modernen Menschen – und auch eines modernen Templers – darin, sich wieder daran zu erinnern, dass wahres Wohlbefinden nicht von außen kommt, sondern aus dem Inneren entsteht.
