Die ordensgemässe Wappenführung im Geiste des Tempels
Verfasst im Bewusstsein ritterlicher Pflicht und im Lichte der Überlieferung des Ordens
I. Vom Sinn der Wappenführung im Orden
Seit den Tagen, da unsere Brüder erstmals das Gelübde vor Gott, dem Kreuz und der heiligen Stadt ablegten, war das Zeichen auf Schild und Banner mehr als bloss Zierde. Das Wappen ist Zeugnis der Herkunft, der Ehre und der Verantwortung eines jeden Ritters. Tritt ein Bruder in den Orden ein, so legt er nicht sein weltliches Erbe ab – vielmehr wird es in den Dienst des Tempels gestellt.
Darum führen wir im Orden unsere Familienwappen weiter, doch nicht mehr allein nach weltlichem Herkommen, sondern geordnet nach Rang, Amt und Würde innerhalb der geistlichen Ritterschaft. So wird sichtbar, dass wir zugleich Söhne unserer Geschlechter und Diener des Tempels sind.
II. Der Ritterbruder
Der einfache Ritter bildet das Fundament der Ordensgemeinschaft. Ihm ist es gegeben, sein angestammtes Familienwappen zu führen, doch wird dieses in die Zeichen des Ordens eingebunden.
Ordensgemäss wird das Wappen des Ritterbruders auf das rote Templerkreuz gelegt. Dieses Kreuz, Sinnbild des Opfers, der Reinheit und des Kampfes für den Glauben, überhöht das persönliche Wappen.
Die heraldische Ordnung ist dabei wie folgt:
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Das rote Tatzenkreuz bildet den Grund oder die Auflage.
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Darauf ruht das Familienwappen in unveränderter Form.
So wird angezeigt: Der Ritter ist dem Kreuz unterstellt; seine Herkunft dient dem Orden.
III. Der Komtur und höhere Amtsritter
Steigt ein Bruder in Verantwortung und Amt, so wandelt sich auch die Darstellung seines Wappens. Denn Würde verpflichtet zur Sichtbarkeit der Pflicht.
Ein Komtur oder Amtsritter führt:
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Sein Familienwappen weiterhin im Zentrum.
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Mit gesteigerter heraldischer Pracht, jedoch ohne fürstliche Attribute.
Hier zeigt sich die doppelte Treue: zur eigenen Linie und zur Verwaltung der Güter und Brüder des Tempels.
IV. Die Würdenträger des Grosspriorates
Brüder, die zu Landesmeister, Komturen oder anderen hohen Leitungsämtern berufen werden, tragen Wappen von erweiterter Symbolik.
Kennzeichen dieser Rangstufe sind:
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Vermehrte Ordensinsignien um das Schild.
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Hinterlegte Ordensbanner oder Kreuzesfelder.
Hier tritt das Persönliche weiter zurück, während die Leitungsgewalt im Orden sichtbar hervortritt.
V. Der Grossmeister des Ordens
Die höchste Würde innerhalb des Tempels spiegelt sich in der vollendetsten Form der Wappenführung wider.
Der Grossmeister führt ein fürstliches Wappen, das sich aus mehreren heraldischen Ebenen zusammensetzt:
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Das Wappen
Es vereint:-
Das persönliche Familienwappen.
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Die Hauptzeichen des Templerordens.
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Gegebenenfalls historische oder jurisdiktionelle Felder des Ordens.
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Die Grossmeisterkette
Als sichtbares Zeichen der ununterbrochenen Sukzession wird das Wappen von der Kette des Grossmeisteramtes umgeben oder behängt. Sie symbolisiert:-
Die Bindung an die Ordensregel.
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Die Einheit der Brüder unter einer Führung.
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Die Last der Verantwortung, die schwerer wiegt als jedes Metall.
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Mantel und Wappenpavillon
In feierlicher Darstellung wird das Wappen von einem fürstlichen Mantel umgeben.
So erscheint das Wappen des Grossmeisters nicht als persönliches Zeichen, sondern als lebendiges Sinnbild des gesamten Ordens.
VI. Geistliche Bedeutung der Rangabstufung
Die ordensgemässe Wappenführung folgt nicht eitler Zier, sondern geistlicher Ordnung.
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Das Kreuz über dem Wappen lehrt Demut.
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Die Mehrung der Insignien mahnt zur Verantwortung.
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Die fürstliche Form des Grossmeisterwappens weist auf dienende Herrschaft hin.
Je höher der Rang, desto mehr tritt das Eigene zurück zugunsten des Ordensganzen.
VII. Schlusswort im Geiste des Tempels
So wie der Mantel des Ritters vom Staub der Wege gezeichnet ist, so trägt auch das Wappen die Spuren von Dienst und Opfer.
Wir führen unsere Wappen nicht aus Stolz, sondern als Zeugnis:
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unserer Herkunft,
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unseres Gelübdes,
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unserer Stellung im heiligen Gefüge des Ordens.
Vom schlichten Ritter, dessen Schild auf dem roten Kreuz ruht, bis hin zum Grossmeister, dessen fürstliches Wappen von der Kette des Amtes umschlossen ist, bleibt eines unverändert:
Alles steht unter dem Zeichen des Kreuzes – und im Dienste des Tempels.
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