✠✠✠✠✠✠ ASTO TEMPLER-BLOG ✠✠✠✠✠✠

Der achte Tag

Ein Templerwort über Jehoschua, den Namen und die Zusage

Brüder und Schwestern im Zeichen des Kreuzes,
die Zeiten wenden sich, und wir stehen erneut an einer Schwelle: Das Alte Jahr liegt hinter uns, das Neue breitet sich aus wie ein noch unbeschriebenes Pergament. Und heute, nach der Überlieferung, gedenken wir einer Handlung, die klein scheint und doch die Geschichte der Welt erschütterte: der Beschneidung Jehoschuas, des Kindes, das später als Christus bekannt werden sollte.

So berichtet es das Lukasevangelium:
„Als acht Tage vorüber waren, und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jehoschua.“
Nichts Wundersames im äußeren Geschehen – denn so geschieht es mit allen Söhnen Israels, die zum Volk des Bundes gehören. Doch in diesem Namen öffnet sich ein Tor, das weiter reicht als Abrahams Nachkommenschaft:

Jehoschua – Jeschua – Jesus: „Gott rettet“, „Gott hilft“.

Ein Name nicht nur als Zeichen der Herkunft,
sondern als Verheißung, als Schlüssel, als Ruf durch die Zeiten.
Ein Name wie ein Banner, das der Wind der Jahrhunderte niemals völlig niederdrückt.

Wir Templer, die wir einst im Dienste dieses Namens ritten, erinnern uns:
Bevor Wunder geschahen, bevor Lehren gegeben wurden, bevor das Kreuz zur Weltformel wurde,
war da ein acht Tage altes Kind, das den Bund seines Volkes annahm –
so wie jeder Mensch zuerst ein Sohn seiner Familie ist,
bevor er zu einem Bruder der Welt wird.

Und diese Szene – schlicht, verborgen, fast zärtlich –
trägt doch die ganze Schwere der Hoffnung:
Noch weiß niemand, was aus diesem Kind werden wird,
und doch spricht der Name wie ein Schwert aus Licht in die Finsternis der Zukunft:

Gott rettet.
Gott hilft.

Brüder und Schwestern,
möge dieser Name uns im Neuen Jahr begleiten wie die Parole einer Wache:
nicht als Schlachtruf,
nicht als Triumphzeichen,
sondern als Zusage an unsere schwachen Herzen.

Denn der Weg ist lang,
die Nächte sind kalt,
und jeder von uns trägt Wunden, die nicht mit Stahl zu schließen sind.
Doch wenn wir den Namen Jehoschua hören –
sei es im Gebet, im Lied oder im Schweigen –
so erinnern wir uns:

Kein Anfang ist ohne Segen.
Kein Schritt ohne Hoffnung.
Und kein Name ohne Ruf.

In diesem Sinn schreiten wir voran in das Jahr, das vor uns liegt –
nicht als Herren der Zeit, sondern als Hüter der Flamme,
die einmal in einem Kind begann,
am achten Tag.

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