Erich von Däniken ist tot
Ein Bericht aus der Feder eines Templers
Im Namen des Herrn und im Schatten der alten Mauern schreibe ich diese Zeilen über einen Mann unserer späten Zeit, dessen Geist stets nach den Sternen griff: Erich von Däniken ist tot. Im Alter von 90 Jahren verschied der Schweizer Publizist nach kurzem Siechtum in einem Hospital zu Unterseen im Kanton Bern. Seine Familie und sein Büro bestätigten die Kunde.
Uns Templern ist das Staunen über die Schöpfung nicht fremd. Auch Däniken war ein Suchender, wenn auch auf Pfaden, die fernab der Lehren der Kirche verliefen. Er war kein Gelehrter im klassischen Sinne, sondern ein Deuter von Zeichen, ein Ausleger alter Texte und monumentaler Bauwerke – stets mit dem Blick gen Himmel gerichtet. Vor allem außerirdisches Leben faszinierte ihn, und er sah in den Sternen nicht nur Gottes Werk, sondern mögliche Boten fremder Welten.
Seine Bücher – Dutzende an der Zahl – fanden millionenfach Leser. Bereits 1968, zu Beginn des Raumfahrtzeitalters, ließ er mit „Erinnerungen an die Zukunft“ aufhorchen. Darin deutete er die Rätsel der Menschheit als Spuren von Besuchern aus dem All. Wo wir Templer in den Pyramiden Ägyptens Zeugnisse menschlicher Mühsal und göttlicher Ordnung erkennen, sah er die helfende Hand fremder Wesen. Selbst die Visionen des Propheten Ezechiel erklärte er als Landung eines Raumschiffes.
Er predigte gleichsam wie ein Wanderbruder – später auch über den Äther der Neuzeit, auf seinem YouTube-Kanal. Dort dozierte der gelernte Koch über Astronauten aus dem All, die einst zur Erde gesandt worden seien, und stellte Fragen, die selbst gestandene Scholastiker erröten ließen. Gleichwohl sprach er oft den Satz: „Bitte glauben Sie nichts!“ – ein Ruf zur Prüfung, nicht zum blinden Glauben.
Doch wo große Thesen sind, da ist auch großer Widerspruch. Die Fachwissenschaft stellte sich ihm entgegen, zerpflückte seine Beweise und wies seine Schlüsse zurück. Auch dunkle Kapitel finden sich in seiner Vita: Wegen Betrugs und Urkundenfälschung musste er einst eine Haftstrafe verbüßen.
Nun ist dieser streitbare Geist verstummt. Ob Ketzer oder Visionär – Erich von Däniken war ein Mann, der Fragen stellte, wo andere schwiegen. Als Templer weiß ich: Nicht jede Suche führt zur Wahrheit, doch jede Suche verrät etwas über den Suchenden. Möge er nun die Antworten finden, die er sein Leben lang jenseits der Sterne vermutete.
