Trotz Angriffen und Drohungen: Putin lässt Verhandlungswillen erkennen

Die russischen Angreifer sind in der Ukraine in die Defensive geraten. Zwar wird eine Drohkulisse aufgebaut, die das Eskalationspotenzial bis hin zum Einsatz taktischer Atomwaffen aufzeigen soll. Zugleich aber sprechen Putin und andere Funktionäre immer öfter von Verhandlungsbereitschaft. Diese Botschaft richtet sich mindestens so sehr an die westlichen Unterstützer der Ukraine wie an die Ukrainer selbst. Worüber genau verhandelt werden soll, lässt Putin bewusst offen.

Darum ist es wichtig: Putin wirkt zunehmend indigniert über die fehlende Bereitschaft Kiews und des Westens, auf seine Avancen einzugehen. Russland käme eine Verschnaufpause auf dem Schlachtfeld gelegen. Vorläufig kann Putin dort weder gewinnen noch – angesichts seiner nuklearen Möglichkeiten – verlieren. Ein Einfrieren der Frontlinie sicherte immerhin die bereits eroberte Landbrücke zur Krim. Zudem könnte man entweder über den Winter neue militärische Kräfte sammeln oder eine für den Kreml günstige politische Lösung aushandeln.

So ist die aktuelle Lage: Weil die Russen die Energieversorgung mit Drohnen und Marschflugkörpern gezielt beschiessen, kommt es in der Ukraine vermehrt zu Stromausfällen. Am Donnerstag waren gemäss dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski mehr als 4,5 Millionen Ukrainer ohne Strom. Sowohl Kiew wie auch zehn weitere Regionen waren betroffen. Die russische Armee könne auf dem Schlachtfeld keine Erfolge erzielen und versuche nun, die Ukrainer auf diesem Weg zu «brechen», erklärte Selenski.

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