✠ Blog des ALTEN SOUVERÄNEN TEMPLER ORDENS (ASTO) ✠

Gedanken am 25. Oktober

Der ungeschulte Geist ist in Wirklichkeit sehr geübt in den
Techniken des Samsara, den typischen Denkprozessen der
Angst und Trennung, die uns in einem endlosen Kreislauf
des Leidens gefangenhalten. Der tibetische Lama Sogyal
Rinpoche schreibt darüber in seinem hervorragenden Werk
Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben:
»Wir haben durch den Samsara schon alles gelernt, was
wir für den Samsara benötigen, haben gelernt, eifersüchtig
zu werden, haben gelernt, uns anzuklammern, haben gelernt,
ängstlich und traurig und verzweifelt und habgierig zu
sein, haben gelernt, auf alles, was uns provoziert, zornig zu
reagieren. Wir sind tatsächlich so sehr darin geübt, daß diese
negativen Emotionen spontan entstehen, ohne daß wir auch
nur versuchen würden, sie zu erzeugen. Also ist alles nur eine
Frage der Übung und der Macht der Gewohnheit.«

Tempelarbeit:
Führe heute eine wenigstens zehnminütige Shamatha-Vipassana-
Meditation durch. Diese Form der Meditation ist nicht nur eine
sehr gute Methode, den Geist zu beruhigen und ihn zu seiner
wahren Natur, dem Frieden und der Weisheit, zurückzuführen,
sondern ermöglicht uns auch, Einsicht in seine Funktionsweise zu
gewinnen. Achte darauf, wie sich dein Geist während der Meditation
verhält. Achte den ganzen Tag über darauf, in was sich dein
Geist emotional hineinziehen läßt.

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